Heißer Oscar-Anwärter: "12 Years A Slave"

Wer?!

Nachdem er zuletzt mit „Shame“ und „Hunger“ große Erfolge feierte, übt sich der Brite Steve McQueen (übrigens nicht verwandt mit seinem Namensvetter aus den 1960er- und 1970er-Jahren) weiterhin auf dem Regiestuhl.

Die Hauptrolle des Sklaven übernimmt Chiwetel Ejiofor („Children of Men“), wobei in weiteren Rollen noch Michael Fassbender („The Counselor“), Paul Giamatti und Benedict Cumberbatch („Star Trek: Into Darkness“) zu sehen sind. Darüber hinaus übernimmt Brad Pitt eine kleine Nebenrolle, wobei er hier hauptsächlich als Produzent mit seiner Firma Plan B agiert.

Was?!

Die USA befinden sich mitten in der Blütezeit der Sklavenhaltung: Der dunkelhäutige Solomon Northup lebt ein gesittetes Leben im Norden des Landes, zusammen mit seiner vierköpfigen Familie. Doch während sich seine Frau gerade auf Reisen befindet, wird der frei lebende Afro-Amerikaner überfallen und an einen Sklavenhändler verkauft, der ihn zusammen mit einigen Schicksalsteilenden in den Süden der USA bringt.

Northup erhält einen neuen Namen und darf fortan nicht mehr über seine Vergangenheit sprechen. Widerrede wird mit Strafe versehen. Mit dem Eintritt in die Sklaverei beginnt für ihn die Hölle auf Erden, aus der es scheinbar keinen Ausweg gibt.

Wie?!

Während „12 Years a Slave“ in den meisten englischsprachigen Ländern schon im Oktober des vergangenen Jahres seine Premiere feierte, musste sich das deutsche Publikum bis in den Januar gedulden. Dabei beruht das von Brad Pitt produzierte Drama auf den Memoiren des Sklaven Solomon Northup, den es so tatsächlich gegeben hat.

Nachdem McQueen zuletzt viel Lob für seinen Erfolgsfilm „Shame“ erhielt, schafft er es, diese Leistung mit „12 Years A Slave“ nochmals zu übertreffen. Das 132-minütige Geschichts-Epos vereint amerikanische Geschichte mit den Leiden des Einzelnen und verdankt seinem exzellenten Hauptdarsteller eine packende Dramatik, wie man sie selten gesehen hat.

Die intensive Darstellung aller Szenen sorgt jedoch mitunter dafür, dass der zartbesaitete Zuschauer hier an seine Grenzen stoßen wird, wenn schonungslos das erbarmungslose Leben der Sklaven porträtiert wird. Dabei fesselt der Geschichtsstoff ungemein und nimmt den Pfad dort auf, wo Tarantinos „Django Unchained“ in grotesken Rache-Humor abwandert.

Pünktlich zum Kinostart des Films wird Chris Hemsworth die Oscar-Nominierungen für diese Jahr verkünden, wobei „12 Years A Slave“ mit Sicherheit einen Platz unter der Kategorie „Bester Film“ und „Bester Hauptdarsteller“ innehaben wird.

Fazit:

Ein wohlgleich bewegendes als auch beeindruckendes Filmepos über eines der dunkelsten Kapitel amerikanischer Geschichte. Die beklemmende Dramatik des herausragenden Films wird ihm mit großer Wahrscheinlichkeit zum Oscar-Abräumer der diesjährigen Veranstaltung machen. Die an die Vorpremiere folgenden Standing-Ovations hat sich „12 Years A Slave“ jedenfalls schon einmal redlich verdient. 


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