Hochkarätig besetzt: Im August in Osage County

Wer?!

Verfasser des Stückes als auch des dazugehörigen Skriptes ist der Schauspieler und Drehbuchautor Tracy Letts, aus dessen Feder auch die Idee zum Thriller-Noir „Killer Joe“ entsprang. Unter der Führung von Regisseur John Wells versammelt sich ein Großteil von Hollywoods gefragtesten Schauspielern: Neben der mehrfachen Oscar-Preisträgerin Meryl Streep sind unter anderem noch Julia Roberts, Chris Cooper, Ewan McGregor, Sam Shepard, „Sherlock Holmes“-Star Benedict Cumberbatch und „Zombieland“-Darstellerin Abigail Breslin vor der Kamera zu sehen.

Was?!

Im ruhigen Oklahoma, inmitten des zentralen Südens der USA, sorgt eine Tragödie dafür, dass sich die verstreute Familie Weston unter einem Dach versammelt. Der erschütternde Selbstmord von Violets alkoholkrankem Mann ist der ausschlaggebende Grund dafür. Im Verlaufe der Trauerfeier kommt der tiefsitzende Unmut aller Familienmitglieder immer weiter zum Vorschein, bis die Situation eskaliert. Es kommt zu handfesten Streitereien und längst verdrängte Familiengeheimnisse sorgen für einen großen Spalt in der einstigen Familieneinheit.

Wie?!

Für ihre Darstellung der verbitterten Witwe erhielt Meryl Streep ihre 18. Oscar-Nominierung, von denen sie im Verlauf ihrer Karriere bisher drei für sich entscheiden konnte. Wenn man an Wells Arbeit eines loben darf, dann ist es die herausragende Arbeit aller Schauspieler, die ihren Part mehr als glaubhaft verkörpern. Viel mehr Lob verdient „Im August in Osage County“ jedoch nicht, denn grenzt das Anschauen des zweistündigen Werkes einer Tortur. Die akribisch ausgearbeiteten Dialoge, die sich fast den gesamten Film über lediglich am Wohnzimmertisch zutragen, behandeln meist völlig banale Dinge und driften sofort in die Belanglosigkeit ab. Dabei wartet man die gesamte Laufzeit über brav auf einen Höhe- oder Wendepunkt, der jedoch nicht kommt. Von einigen Szenen mit Schmunzel-Charakter einmal abgesehen, präsentiert sich der Film von einer überaus langweiligen und nicht unterhaltenden Seite. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass gute Schauspieler noch keinen guten Film machen.

Fazit:

Hier verlässt man den Kinosaal nicht nur verbittert und deprimiert, sondern ärgert sich auch noch über die zwei verlorenen Stunden Lebenszeit. Da kann auch eine gewohnt geniale Meryl Streep nicht mehr für dringend benötigte Erheiterung sorgen.


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