"Hunted" erscheint auf DVD

Bei uns könnt ihr die DVD zur Serie gewinnen. (Foto: HBO Cinemax)

Frank Spotnitz ist der Drehbuchautor von der Serie "Hunted". (Foto: HBO Cinemax)

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Herr Spotnitz, vor einigen Tagen wurde Ihre TV-Serie „Hunted” in Deutschland veröffentlicht. Was können Sie uns über die Serie erzählen?

Spotnitz: Ich würde sagen, es ist ein kategorischer Spionage-Thriller und ehrlich gesagt denke ich, dass die Serie am besten am Stück geschaut werden sollte, denn es ist eine achtstündige Geschichte, in der erzählerisch einiges passiert.

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Mit Melissa George als Sam Hunter hat die Serie eine weibliche Hauptdarstellerin, was immer noch ein seltenes Bild im Fernsehen ist. Was bewegte Sie dazu?

Spotnitz: Ursprünglich habe ich die Serie für Gillian Anderson (Anmerkung der Redaktion: „Akte X“-Darstellerin) entwickelt. Das ist der Grund, wieso ich eine weibliche Spionin habe. Aber das Projekt benötigte zu viel Zeit, um grünes Licht zu erhalten, dass Gillian zum Start nicht mehr verfügbar war. Also musste ich jemanden finden, der diesen Part übernehmen konnte. Das war extrem schwer: ich sah über 200 Schauspielerinnen, wirklich gute Schauspielerinnen. Aber ich musste eine Schauspielerin finden, die intelligent und hübsch ist – was sie sein musste, denn sie spielt eine Spionin, die Männer verführt – und diesen emotionalen Schaden darstellen kann, den Sam Hunter hat. Melissa George war die einzige, von der ich dachte, dass sie all diese Eigenschaften erfüllt. Die Suche hat mir gezeigt, wie viele wirklich talentierte Schauspielerinnen es gibt und wie wenig sie zu tun bekommen.

Sie sind also mit Melissa George als Hauptdarstellerin also zufrieden?

Spotnitz: Ich denke, sie war großartig und hervorragend. Ich bin sicher, Gillian wäre ebenfalls großartig gewesen, auch wenn die Show dann in eine andere Richtung gegangen wäre. Melissa war perfekt und ich bin sehr glücklich, sie gecastet zu haben.

Melissa arbeitet als Sam Hunter in „Hunted” für einen privaten Geheimdienst. Wie haben Sie sich selbst vorbereitet, damit ein authentischer Plot entsteht?

Spotnitz: Die Spionage-Agencys haben sehr offen gesprochen. Ich war darüber sehr überrascht. Denn so geheim wie sie sind, so waren sie doch sehr glücklich, vorbeizukommen. Einige kamen zu unseren Büros, sprachen mit mir und den anderen Autoren. Wir waren auch in ihren Büros und sie waren sehr frei darin, uns Informationen über ihre Tätigkeiten bereitzustellen: was sie tun und wie sie denken. Natürlich haben sie nicht zugegeben, jemals Menschen umgebracht zu haben (lacht), was meine Spione machen. Die meiste Zeit können sie es vermeiden, Gesetze zu brechen.

Ihre Serie wurde ausschließlich an realen Orten gedreht, was im TV sehr selten ist. War dies teilweise Ihre Entscheidung oder Ihr Wunsch?

Spotnitz: Ja, es war komplett mein Wunsch und meine Produktions-Partner unterstützten mich. Es war eine Herausforderung. Aber ich denke, man sieht es definitiv, wenn man die Show ansieht. Es wird selten im Fernsehen gemacht, denn es ist einfach teurer und schwieriger.

 „Hunted“ wurde nicht um eine zweite Staffel verlängert. Allerdings gibt es Gerüchte über ein mögliches Spin-Off. Was können Sie uns dazu verraten?

Spotnitz: Ich denke, dass es leider sehr unwahrscheinlich ist, dass dies passieren wird. Cinemax, der Sender, der „Hunted“ mit produziert hat, war sehr unterstützend und Melissa und ich wollten es realisieren. Aber es hat zu viel Zeit gekostet, das Spin-Off zu entwickeln. Den Typ Serie, den Cinemax nun entwickelt, passt nicht mehr zu „Hunted“ und dem Spin-Off.

Wann haben Sie sich dazu entschieden, professioneller Drehbuchautor zu werden?

Spotnitz: Ich glaube, ich wusste schon immer, dass ich so etwas machen will. Aber ich hatte Angst davor. Also war ich an der Universität mit der Einstellung, irgendwie im Filmbusiness zu landen. Dann ging ich in Journalistenkurse und verliebte mich darin, weshalb ich sieben Jahre lang Reporter war. Doch nach sieben Jahren dachte ich mir, dass ich diesen Job nicht den Rest meines Lebens machen möchte. Ich musste es also im Filmgeschäft schaffen.

Was mögen Sie an Ihrem Job am liebsten?

Spotnitz: Es ist ein wunderbarer Job, denn man kann Stories erzählen und darüber nachdenken, was einem wichtig ist und was man anderen Menschen sagen muss. Ich denke, Geschichten zu erzählen, ist eine gute Sache für die Welt. Aber auch sehr schwierig und eines dieser Dinge, die man nie vollständig beherrscht.

Wie sehen Ihre zukünftigen Ambitionen bezüglich des Regieführens aus?

Spotnitz: Ich liebe das Regieführen. Ich denke es ist die beste Arbeit, also wirklich DER beste Job. Leider, kann ich nichts anderes machen, wenn ich Regieführe. Ich habe meine eigene Produktionsfirma gegründet. Ich bin so damit beschäftigt, zu produzieren, als Autor tätig zu sein und mit anderen Autoren an Projekten zu arbeiten, dass es zu schwierig ist, die Zeit zum Regie führen zu finden.

Welche weiteren Projekte betreuen Sie zurzeit als Autor?

Spotnitz: Das Projekt, über das ich zurzeit etwas verraten kann, ist „The Man In The High Castle“, basierend auf einem Roman von Philip K. Dick aus dem Jahr 1962. Es spielt in einer alternativen Realität, in der die Alliierten den Zweiten Weltkrieg verloren haben. Also kontrollieren die Nazis die östliche Hälfte der USA, während die Kaiserlich Japanische Armee die Westküste besetzt. Die Rocky Mountains sind eine neutrale Zone. Den Pilot drehen wir gegenwärtig in Seattle.

Wo wird man den Piloten sehen können?

Spotnitz: Der Pilot wird für jeden auf Amazon verfügbar sein. Er wird in den nächsten Monaten veröffentlicht, ich bin noch nicht ganz sicher wann.

Zur Person – Frank Spotnitz:

Nach seinem Master-Studium im Screenwriting stieg Frank Spotnitz mit „Akte X“ ins Filmgeschäft ein. Die Mysteryserie begleitete er über acht Staffeln hinweg, schrieb dabei die Drehbücher zu rund 40 Episoden und engagierte sich als Produzent. Darüber hinaus arbeitete er auch an der Entwicklung beider Filme zur Serie mit. Im Jahr 2012 war er als Showrunner bei „Hunted“ tätig. Mittlerweile engagiert er sich mehr bei der Produktionsfirma „Big Light Productions“. Darüber hinaus unterrichtet er seit einem Jahr regelmäßig an einer Filmschule in Berlin.

Ihr wollt Melissa George als Sam Hunter in Aktion erleben? Passend dazu verlosen wir in unserem Gewinnspiel zwei DVDs von „Hunted“. Um zu gewinnen, müsst ihr einfach folgende Frage richtig beantworten und ein wenig Glück haben: Von wem stammt die Romanvorlage zu Frank Spotnitz‘ neuer Serie „The Man In The High Castle“? Schickt uns eure Lösung mit dem Stichwort „Frank Spotnitz“ bis zum 16. Oktober 2014 an info(at)midde.de. Vergesst nicht, Name, Alter und Adresse mit anzugeben.

 


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