"Ich bin da realistisch"

 

Du bist für den Echo nominiert als beste Künstlerin Rock/Pop National. Am 21. März ist die Verleihung. Wie wird der Abend für dich?

Mandy Capristo: Ich freue mich schon sehr auf den Abend. Zumal es auch noch mein Geburtstag ist. Den werde ich dann allerdings mit meinen Freundinnen nachholen. Ich gehe aber sehr entspannt in den Abend.



Warum entspannt? Rechnest du nicht mit einem Echo?

Mandy:  Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich nominiert wurde und habe kaum damit gerechnet. Aber ich bin auch ein realistischer Mensch und sehe, was zum Beispiel Nena geleistet hat und wie viele Platten sie verkauft hat. Deswegen gehe ich nicht davon aus, dass ich den Echo gewinnen werde.



Du bist noch nicht lange als Solokünstlerin unterwegs. Seit Ende 2006 warst du Sängerin bei Monrose. Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?

Mandy: Viele schöne Momente. Aber ich bin anders erwachsen geworden als andere Mädchen. Dadurch hatte ich nicht die Jugend, die ich vielleicht gebraucht hätte. Die Sachen, die ich damals hätte machen sollen, hole ich nun nach.



Was meinst du damit?

Mandy: Ich brauche einfach auch mal etwas Zeit für mich selbst. Zeit, mich zu finden, zu wissen, wo ich mit meiner Musik hin will, wie das nächste Album klingen soll. Ich brauche nach dem Trubel 2012 momentan etwas Zeit für mich. Ich bin sehr vernünftig erzogen worden, nach Regeln, deswegen plane ich gründlich, wie die nächsten Schritte aussehen sollen.



Wie kann ich mir denn deinen Alltag zur Zeit vorstellen?

Mandy: Eigentlich ganz normal. Privat gehe ich morgens zum Sport, treffe mich mit meinen Freunden und verbringe Zeit mit meiner Familie. Ich versuche, oft reiten zu gehen. Fernsehen schaue ich seltener. Beruflich nehme ich meine Termine wahr, treffe mich mit meinem Manager, sichte Fotos, habe Shootings, Auftritte, gebe Interviews und nehme Gesangsstunden. Ich versuche auch in der freien Zeit viel zu reisen, einfach die Dinge zu tun, für die ich während einer Tour oder einer Albumproduktion weniger Zeit habe.



Hast du denn schon einen konkreten Termin, wann es wieder losgeht und auch dein Album kommen wird?


Mandy: Es hört ja nie richtig auf. Ich habe ja zwischen den Alben immer viele Termine und vieles aufzuarbeiten, was liegengeblieben ist. Einen festen Termin für ein neues Album kann man erst nennen, wenn Songs und Planung stehen. Im Moment bespreche ich mit meinem Manager die verschiedenen Möglichkeiten und Angebote im nationalen und internationalen Bereich.



Kannst du denn schon sagen, in welche Richtung dein neues Album gehen wird? Hast du schon Ideen gehabt?

Mandy: Es soll auf jeden Fall mehr von mir drin stecken, es soll sehr feminin und authentischer werden. Ich will musikalisch auf ein anderes Level kommen.



Du bist in Südhessen aufgewachsen. Was verbindet dich denn noch mit der Region und allgemein mit Hessen?

Mandy: Ich wohne immer noch in Hessen, habe hier ein Haus für meine Familie gebaut. Meine ganzen alten Freundinnen sind auch noch hier. Das ist einfach wie nach Hause kommen. Bisher hatte ich auch noch nicht das Gefühl, von hier wegzugehen. Ich wüsste auch nicht, in welche deutsche Stadt. Eher würde ich ins Ausland gehen. Aber im Moment bin ich total happy hier.



Du sagst, du bist vernünftig. Die Realschule für Popstars und Monrose abzubrechen war es aber doch nicht?


Mandy: In dem Moment war es für mich vernünftig, eine Karriere als Sängerin zu starten. Hätte das nicht geklappt, hätte ich immer noch meinen Abschluss nachholen können.



Du hast aber nicht das Bedürfnis, den noch nachzuholen, „damit du etwas ist der Hand hast“?

Mandy: Nein, im Moment gibt es keinen Grund dafür. Aber wer weiß, was noch kommen wird. Möglich ist ja alles.


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