"Im Netz steht eben nicht alles"

AUSBILDUNG Schüler informieren sich bei Bildungsmesse über Jobchancen im Kreis

Lukas Groth guckt sich schon einmal an, was ihn in der Ausbildung zum Industrieelektriker erwartet. Einen Stromkreis stecken kann er nun schon. (Foto: Pauly

Unter dem Motto "Aus- und Weiterbildung im Fokus" präsentierten sich die Firmen ihren zukünftigen Arbeitnehmern in der Weilburger Wilhelm Knapp-Schule.

Schulleiterin Ulla Carina Reitz begrüßte ihre Gäste und dankte Hessencampus und der Volkshochschule Limburg-Weilburg. Michael Schneider, Direktor der Kreisvolkshochschule und Sprecher von Hessencampus, lobte ebenfalls die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Weilburgs Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) freute sich darüber, dass junge Menschen im Kreis die Gelegenheit haben, mit der Wirtschaft in Kontakt zu kommen und so Perspektiven für ihr weiteres Leben schaffen können. Anschließend präsentierte er persönlich das Ausbildungsangebot der Stadt Weilburg, die auch einen Informationsstand auf der Bildungsmesse hatte.

Die Messe richtete sich vor allem an Schüler, die im kommenden Jahr ihren Schulabschluss machen und auf der Suche nach Orientierung für ihr späteres Berufsleben sind. Und die nahmen das Angebot mit großem Interesse an.

Innerhalb weniger Minuten nach dem offiziellen Start um 16 Uhr waren die Gänge rappelvoll, und die Mitarbeiter an den Infoständen der einzelnen Firmen hatten alle Hände voll zu tun. Von denen, die hinter dem Stand standen, sind die meisten selbst Auszubildende. "Ich möchte den Leuten einen Eindruck von meinem Beruf vermitteln. Sonst kann man ja alles im Internet nachschauen, aber die persönliche Erfahrung eben nicht", sagte Christian Weimer, der am Stand der Volksbank Mittelhessen die Werbetrommel rührte.

Unter den über 40 Arbeitgebern und Schulen war auch das Weilburger Unternehmen Feig Elektronik vertreten. An deren Stand durften die potenziellen Azubis direkt ausprobieren, was im Arbeitsalltag auf sie zukommt. Julian, der im dritten Jahr seiner Ausbildung zum Industrieelektriker ist, erklärte das Konzept des Standes: "Wir stellen hier unsere Produkte vor, eine Torsteuerung und einen RFID-Leser. Die Leute bekommen dann direkt einen Eindruck, was wir machen." Lukas Groth (15) besucht zurzeit noch die Jakob Mankel-Schule in Weilburg, hat sich aber schon für eine Stelle bei Feig beworben. Am Infostand wollte er noch ein paar Informationen einholen und schauen, welche Firmen sich noch präsentieren. "Die Messe bietet viel Auswahl. Ich habe zwar noch nicht so viel gesehen, aber es sind sehr viele Firmen da, die sich vorstellen", sagte Lukas.

Auch Dennis Herb (17) war zur Bildungsmesse gekommen, um sich gezielt zu informieren. "Ich überlege, zum Bund zu gehen und habe mich an dem Stand der Bundeswehr beraten lassen. Da möchte ich es auf jeden Fall mal versuchen", erzählte er.

Albina Schlei (19) besucht wie Dennis die WKS in Weilburg und ist auch durch die Schule auf die Bildungsmesse aufmerksam geworden. Am interessantesten fand sie die Möglichkeit, nach der Schule ein Auslandsjahr zu absolvieren. "Die Leute an den Ständen haben mir viel erzählt, und ich habe einen Eindruck von den Sachen gewonnen", meinte sie.

Auszubildende Luisa Schaaf zeigt, wie eine Glasveredlerin arbeitet

Fast schon exotisch sah der Informationsstand der Glasfachschule Hadamar aus. Dort saß Luisa Schaaf (19) vor einem großen Kirchenfenster mit einem Jesus-Motiv und pinselte. "Ich mache eine Ausbildung zur Glasveredlerin in Richtung Glasmalerei und Kunstverglasung", erzählte sie. Auf der Bildungsmesse wollte sie den Leuten zeigen, wie ihr Handwerk funktioniert. Mit verschiedenen Glasmaltechniken bearbeitete sie das Fenster.

Jaqueline Würz vom Hessencampus Limburg-Weilburg hatte die Bildungsmesse im Vorfeld organisiert. Sie freute sich über den Andrang und das offensichtlich große Interesse. "Es läuft sehr gut heute", lautete schließlich auch ihr Resümee.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2014
Kommentare (0)
Mehr aus midde