Jugendliche packen mit an

TREFFPUNKT  Raum im Dorfgemeinschaftshaus Weidenhausen wird renoviert

Weit gekommen sind die Helfer bei ihrem ersten Arbeitseinsatz für den Jugendraum im Dorfgemeinschaftshaus Weidenhausen. (Foto: Tietz)
Eine Gemeinschaftsleistung: Rund 20 Helfer entrümpelten und entkernten den Jugendraum im Dorfgemeinschaftshaus Weidenhausen. (Foto: Tietz)
Die Schalldämmung muss von der Decke entfernt werden – auch das erledigen Jugendliche und Erwachsene gemeinsam. (Foto: Tietz)
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Motiviert und voller Tatendrang stehen sie an diesem Samstagvormittag auf der Matte. Statt zu Smartphone, Spielekonsole oder TV-Fernbedienung greifen die Schüler viel lieber zu Hammer, Brecheisen, Spachtel und Besen – und das in den Ferien. Denn sie haben sich viel vorgenommen. Der Jugendraum im Keller des Weidenhäuser Dorfgemeinschaftshauses soll entkernt werden. Sprich: Alles muss raus.

Ganz selbstverständlich sind die Jugendlichen dem Aufruf des Weidenhäuser Ortsbeirats zu dem Arbeitseinsatz gefolgt. „Dies wird unserer Raum und dafür müssen wir auch etwas tun. Was bringt es denn, wenn die Erwachsenen die ganze Arbeit machen? Wir wollen hier Verantwortung übernehmen – und das machen wir auch gerne“, erzählt die 14-jährige Emma Martin.

Tatkräftig unterstützt werden die Jugendlichen von Ortsvorsteher Markus Wege sowie weiteren Eltern. Auch einige Handwerker aus dem Dorf schauen vorbei und bringen ihr fachliches Know-how sowie ihre Muskelkraft ein.

Zuerst wird der Raum entrümpelt. Eine halbe Stunde später ist bereits die Holzvertäfelung von den Wänden entfernt und auf dem Anhänger vor dem Haus verstaut. Dann heißt es: Ran an die Decke. Die Schalldämmung aus Schaumstoff muss abgekratzt werden.

Deutlich mehr Zeit und Kraft sind nötig, um die alten Fliesen von den Wänden abzuschlagen. Dafür kommt dann auch „schweres“ Gerät zum Einsatz. Doch selbst erfahrene Handwerker haben hier so ihre Mühen. Denn die Kacheln kleben bombenfest am Beton.

Für so viel Einsatz haben sich alle Helfer dann auch eine Stärkung verdient. Zum Mittag gibt es leckeres Chili con Carne. Einige gönnen sich aber nur eine kleine Verschnaufpause. „Herr Wege, dürfen wir weitermachen?“, fragen zwei ungeduldige Jungen den Ortsvorsteher. Die beiden haben nur bis zum frühen Nachmittag Zeit, wollen bis dahin aber unbedingt noch ein paar Fliesen mit dem Hammer von der Wand abschlagen.

An dieser Begeisterung und dem Engagement der Jugendlichen mangelte es in den vergangenen Jahren. Deshalb blieb der Raum lange Zeit geschlossen. „Das wollen wir ändern. Ein solcher Treffpunkt wäre schon toll, gerade für die kalten Wintermonate“, sagt Lara Altberg.

Bauamt der Stadt muss nun den Zeitplan für die anstehenden Modernisierungen im DGH festlegen

Statt zu Hause zu hocken und mit dem Handy zu daddeln, könne man im Jugendraum „neue Leute kennen lernen und gemeinsam etwas unternehmen“, erzählt die 14-Jährige.

Dass neben der Eigenverantwortung aber auch klare Regeln für den Jugendraum wichtig sind, ist den künftigen Nutzern bewusst. Eine Hausordnung mit festgelegten Öffnungszeiten sowie Sauberkeit und ein pflegsamer Umgang mit der Einrichtung gehören einfach dazu. „Darauf werden wir natürlich achten, schließlich wollen wir lange etwas von dem Jugendraum haben“, betont Emma Martin.

Angedacht ist, den „Zapfenstreich“ wochentags auf 22 Uhr sowie freitags und samstags auf 24 Uhr festzulegen. Damit können sich die Jugendlichen anfreunden. „Aber vielleicht sind die Öffnungszeiten für die Ferien noch ausbaufähig“, sagt Lara Altberg.

Ein paar Monate müssen sich die jungen Weidenhäuser allerdings noch gedulden, bis sie ihr Domizil in Beschlag nehmen können. Nun ist erst einmal die Stadt gefordert. Das Bauamt muss entscheiden, welche Renovierungsarbeiten wann in Angriff genommen werden können. Denn auch an anderen Stellen im Dorfgemeinschaftshaus stehen in diesem Jahr Modernisierungen an.

Steht der Zeitplan, folgen weitere Arbeitseinsätze im Jugendraum. „Wir wollen möglichst viel in Eigenleistung erledigen“, erklärt Markus Wege. Spachteln, verputzen, neue Fliesen legen, das WC herrichten, anstreichen – dafür gäbe es bestimmt einige helfende Hände im Dorf, hofft der Ortsvorsteher. Als Anschubfinanzierung für die Renovierung des Jugendraums stellt der Ortsbeirat 2500 Euro aus seinem Budget zur Verfügung.

Bis zum Start der Herbstferien – also am 1. Oktober – sollte alles fertig sein, hoffen die Weidenhäuser Jugendlichen.


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