Jugendtaxi ist beschlossen

KREISTAG Gemeinde Siegbach springt noch auf

Wie kommen Jugendliche und junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren am Wochenende und vor Feiertagen zu Veranstaltungen, Festen und Discos? Verbilligte Taxi-Gutscheine bieten im Lahn-Dill-Kreis künftig eine weitere Möglichkeit. (Archivfoto: Hörhager dpa)

Jugendtaxi heißt: Jugendliche und junge Menschen im Alter von 14 bis 21 Jahren aus dem Lahn-Dill-Kreis sollen mit Gutscheinen an Wochenenden und vor Feiertagen verbilligt Taxis nutzen können. Sie sollen so sicher zu Festen, Discos und Veranstaltungen fahren können – beziehungsweise von dort nach Hause.

Der Kreistag hat in der Sitzung am Donnerstag für eine dreijährige Pilotphase 30 000 Euro bewilligt und damit die „schnellstmögliche“ Einführung des Jugendtaxis im Lahn-Dill-Kreis beschlossen. CDU, SPD, FWG, Grüne, FDP und Linke stimmten dafür. AfD und NPD enthielten sich.

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Die Organisation übernimmt das Jugendbildungswerk in der Kreisverwaltung. Es rechnet mit der Einführung zum Jahreswechsel.

Kreis-Sozialdezernent Stephan Aurand (SPD) teilte mit, dass sich Siegbach am Mittwoch doch noch zur Teilnahme entschlossen habe. Bis dahin hatte es aus dem Rathaus keine Rückmeldung gegeben. Somit hätten nur Haiger und Breitscheid abgesagt, mit der Folge, dass Jugendliche aus diesen beiden Kommunen das Jugendtaxi nicht nutzen können.

„Den Gesichtspunkt der Unfallprävention hatten wir nicht betrachtet und uns überzeugen lassen“

AfD-Kreistagsabgeordneter Lothar Mulch erklärte, seine Fraktion finde den Antrag dem Grunde nach gut und wolle ihn unterstützen – letztlich enthielt sie sich aber bei der Abstimmung.

Mulch hatte zuvor eine Änderung beantragt: Die Kosten sollten in der Pilotphase gedeckelt werden – falls es einen Ansturm der Jugendlichen auf die Gutscheine gebe. Dieser Änderungswunsch wurde jedoch nicht angenommen.

In der vorangegangenen Sitzung des Kreis-Sozialausschusses hatte die AfD zudem eine strengere Altersgrenze gefordert: Nur Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sollten das Jugendtaxi nutzen dürfen. Im Kreistag am Donnerstag erklärte Mulch aber: „Aus dem Gesichtspunkt der Unfallprävention hatten wir es nicht betrachtet und uns überzeugen lassen. Wir verzichten auf diesen Änderungsantrag.“

Für die CDU erklärte Sascha Knöpp: „Wir können die Anträge der AfD nicht nachvollziehen.“ Die dreijährige Pilotphase diene ja gerade dazu, die Kosten zu ermitteln. Und eine Alterbeschränkung sei realitätsfremd, denn nicht jeder über 18-Jährige sei heutzutage im Besitz eines Führerscheins oder eines Autos.

FWG-Fraktionsvorsitzender Roland Esch pflichtete diesen Argumenten bei.


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