Jugendtaxi kommt ab 2018

VERKEHR Jugendliche aus Haiger, Breitscheid und Siegbach sind außen vor

Im benachbarten Landkreis Limburg-Weilburg gibt es das Jugendtaxi bereits. Solche verbilligten Taxi-Gutscheine sollen Jugendliche ab 2018 auch im Lahn-Dill-Kreis nutzen können. (Archivfoto: Stadt Limburg)

Das Projekt soll Jugendlichen aus dem Lahn-Dill-Kreis einen sicheren Heimweg von Veranstaltungen ermöglichen. Denn auf dem Land sieht es nach 21 Uhr schlecht aus mit Busverbindungen. Aber verbilligte Taxifahrten könnten eine Möglichkeit sein, um Jugendliche von Alkoholfahrten abzuhalten. Die Kosten für das Projekt teilen sich Kreis sowie die Städte und Gemeinden. Auf die Kommunen kommen laut Jugendbildungswerk Lahn-Dill Kosten von jeweils etwa 300 Euro pro Jahr zu. Weitere jährliche Kosten von bis zu 12 000 Euro trage der Kreis.

„Wenn es hilft, nur einen Unfall zu verhindern, dann hat sich das Jugendtaxi gelohnt“

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20 der 23 Städte und Gemeinden im Lahn-Dill-Kreis wollen laut Jugendbildungswerk mitmachen – außer Haiger, Breitscheid und Siegbach. Breitscheid und Haiger hätten abgesagt, Siegbach habe keine Rückmeldung gegeben. Jugendliche aus diesen Kommunen sind somit bei dem Projekt außen vor.

 

Wer kann das Jugendtaxi nutzen?

Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 14 bis 21 Jahren (außer in Haiger, Breitscheid und Siegbach).

 

Wie funktioniert das Jugendtaxi?

Jugendliche können Gutscheine im Wert von jeweils 5 Euro in den Rathäusern der beteiligten Städte und Gemeinden kaufen. Sie müssen dafür aber nur 2 Euro zahlen. Den Rest zahlen Kreis (je 2 Euro) sowie die Heimatstadt bzw. -gemeinde des Jugendlichen (je 1 Euro).

Diese Gutscheine können dann bei den teilnehmenden Taxiunternehmen eingelöst werden (Wechselgeld soll nicht herausgegeben werden, um einem Missbrauch vorzubeugen). Das Jugendtaxi ist also kein Extra-Taxi, das nur für Jugendliche fährt.

Gutscheine darf erwerben, wer einen Jugendtaxi-Ausweis hat; dieser kann beim Jugendbildungswerk sowie in den Rathäusern mit einem Formular beantragt werden (dafür nötig: Passfoto, Personalausweis und bei Minderjährigen eine Einverständniserklärung der Eltern). Dieser Ausweis muss bei Antritt der Taxifahrt vorgezeigt werden.

Die Jugendlichen erhalten Ausweise sowie Listen mit den teilnehmenden Taxiunternehmen per Post vom Jugendbildungswerk.

 

Wo kann das Jugendtaxi genutzt werden?

Der Ziel- oder Abfahrtsort muss im Lahn-Dill-Kreis liegen. So können die Jugendlichen beispielsweise auch nach Gießen, Marburg, Weilburg oder Siegen fahren.

 

Wann kann das Jugendtaxi genutzt werden?

Jeweils ab 21 Uhr: von Freitag auf Samstag, von Samstag auf Sonntag, vor gesetzlichen Feiertagen, in der Fastnachtszeit sowie in den Nächten vor Brückentagen.

 

Im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es das Jugendtaxi bereits. Es diente als Vorbild. Und das Jugendbildungswerk Lahn-Dill nutzte die dortigen Erfahrungen. So nehmen dort von insgesamt etwa 15 000 Jugendlichen 770 das Jugendtaxi in Anspruch und kauften rund 5000 Gutscheine im Jahr. Der Lahn-Dill-Kreis rechnet bei seinen etwa 19 000 Jugendlichen mit rund 6300 Gutscheinen pro Jahr.

Die CDU hatte das Projekt auch für den Lahn-Dill-Kreis gefordert und begründet: „Wenn es hilft, nur einen Unfall zu verhindern, dann hat es sich gelohnt.“

Es ist zunächst als Pilotprojekt angelegt, für drei Jahre von 2018 bis 2020. Für diesen Zeitraum soll der Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag, 29. Juni, das Geld bewilligen.

In der Sitzung des Kreis-Sozialausschusses in der vergangenen Woche haben Kreistagsabgeordnete bereits über das Projekt diskutiert und aus allen Fraktionen Zustimmung für die Sitzung am Donnerstag signalisiert. Einzig der AfD-Vertreter hatte dagegen gestimmt. Er hatte zuvor zwei Änderungsanträge gestellt: Die jährlichen Kosten für den Kreis sollten gedeckelt werden, und nur Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sollten das Jugendtaxi nutzen können. Beide Änderungswünsche wurden von den restlichen Politikern abgelehnt.


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Kommentare (1)
Am Donnerstag wird im Kreistag wahrscheinlich einstimmig das Projekt Jugendtaxi genehmigt (für 3 Jahre Probephase). Leider ist Siegbach nicht dabei. Ich habe einem Gemeindevertreter vor der letzten Sitzung gesagt, sie mehr
mögen doch bitte zustimmen. Leider hat Siegbach noch nicht einmal höchstens 300 € jöhrlich für die Sicherheit der Jugend und jungen Erwachsenen übrig. Obwohl gerade hier in der gesamten Gemeinde am Wochenende kein Bus mehr fährt! Mein Vorschlag: Die Bürger finanzieren während der 3jährigen Pilotphase die höchstens 300 €. Ich beteilige mich gerne mit 30 € jährlich. Wer sponsert die restliche Summe? Dann könnte ich am Donnerstag im Kreistag mitteilen, dass Siegbach finanziert durch die Bürger sich auch an dem Projekt beteiligt! Klaus Sydow, Siegbach
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