Jugendtaxi kommt in Fahrt

POLITIK Bislang haben zwölf Städte und Gemeinden ihre Teilnahme an dem Projekt signalisiert

Der Kreis will mit Zuschüssen Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren an Wochenende für abendliche Taxifahrten begeistern. Zwei der fünf Euro pro Gutschein sollen vom Lahn-Dill-Kreis kommen, ein weiterer Euro von den Kommunen. In den Rathäusern in Haiger und Breitscheid ist man von dieser Idee noch nicht überzeugt, weshalb das „Jugendtaxi“ dort noch in der Warteschleife ist. (Foto: Hörhager/dpa)

Darüber beraten zurzeit die Kommunalpolitiker in den Städten und Gemeinden.

Das Projekt „Jugendtaxi“ gibt es schon im benachbarten Landkreis Limburg-Weilburg. Es wird dort von knapp 800 Jugendlichen genutzt.

Im Lahn-Dill-Kreis prüft nun die Kreisverwaltung, ob das Jugendtaxi auch hier eingeführt werden soll. Der Kreis müsste etwa 10 000 Euro pro Jahr dafür ausgeben. Die Städte und Gemeinden müssten einen Anteil dazu zahlen, insgesamt rund 5000 Euro, also pro Kommune jeweils etwa 300 Euro pro Jahr. Deshalb stimmen zurzeit die dortigen Kommunalpolitiker ab, ob ihre Kommunen mitmachen wollen.

Das hat Konsequenzen für die Jugendlichen. Denn: Es können nur Jugendliche das Jugendtaxi nutzen, deren Heimatstadt- beziehungsweise Heimatgemeinde auch an dem Projekt teilnimmt.

Die Kreisverwaltung hat nachgefragt, welche der 23 Kommunen im Lahn-Dill-Kreis mitmachen will. Bisheriges Ergebnis:

Drei Kommunen haben bisher bekundet, dass sie nicht mitmachen wollen

Zwölf Städte und Gemeinde haben ihre Teilnahme signalisiert: Waldsolms, Ehringshausen, Leun, Hohenahr, Greifenstein, Mittenaar, Herborn, Solms, Aßlar, Bischoffen, Dietzhölztal und Driedorf.

Drei Städte und Gemeinden haben bekundet, dass sie nicht teilnehmen wollen: Haiger, Breitscheid und Lahnau. Jugendliche aus diesen Kommunen könnten also das Jugendtaxi nicht nutzen.

In den restlichen Kommunen stehen die Entscheidungen und die Rückmeldungen an den Kreis noch aus.

Liegen alle Rückmeldungen vor, muss der Kreis selbst auch noch eine Entscheidung treffen. Kreis-Sozialdezernent Stephan Aurand (SPD) sagt: Seien die Kosten für das Projekt vom Budget der Kreisverwaltung gedeckt, entscheide der Kreisausschuss (gewissermaßen die Kreisregierung). Müsse der Lahn-Dill-Kreis für das Jugendtaxi zusätzliches Geld ausgeben, müsse der Kreistag entscheiden. Aurand sieht bislang positive Signale, dass das Jugendtaxi kommt – auch wenn einige Kommunen nicht mitmachen wollen.

 

Fragen und Antworten zum Jugendtaxi

Diese Zeitung hat sich von Kreisjugendpfleger Jens Groh das Projekt „Jugendtaxi“ erklären lassen:
Wer darf mitfahren?
Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren. Sie müssen sich vorher in der Kreis- oder Stadt- oder Gemeindeverwaltung einen Jugendtaxi-Ausweis abgeholt haben. Und: Es können nur die Jugendlichen einen solchen Ausweis erhalten und das Jugendtaxi nutzen, deren Heimatkommune an dem Projekt teilnimmt.
Was kostet die Fahrt mit dem Jugendtaxi?
Jugendliche kaufen in den Rathäusern Taxi-Gutscheine im Wert von je 5 Euro. Sie zahlen dafür aber nur je 2 Euro. Die jeweils verbleibenden 3 Euro teilen sich Kreis (2 Euro) und Heimatstadt bzw. -gemeinde (1 Euro) des Jugendlichen. Mit den Gutscheinen können die Jugendlichen Taxifahrten bezahlen. Es wird kein Wechselgeld herausgegeben.
Wann kann das Jugendtaxi genutzt werden?
Freitag- und Samstagabends sowie an den Abenden vor Feiertagen und Brückentagen jeweils ab 21 Uhr (es geht vor allem um sichere Rückfahrten von Veranstaltungen).
Für welche Fahrten kann das Jugendtaxi in Anspruch genommen werden?
Ziel- oder Abfahrtsort für die Taxifahrt müssen im Lahn-Dill-Kreis liegen.
Was ist das Ziel des Projektes „Jugendtaxi“?
Ziel ist die Unfallverhütung. Jugendliche sollen abends nach Festen und Veranstaltungen keine Trunkenheitsfahrten unternehmen, sondern sicher nach Hause kommen. Ein weiterer Grund: In einer ländlichen Region wie dem Lahn-Dill-Kreis sind abends die ÖPNV-Verbindungen (Busse und Bahn) so schlecht, dass Jugendliche nach 21 Uhr nicht mehr weg- oder heimkommen bzw. auf „Taxi Mama“ und den guten Willen der Eltern angewiesen sind.  (jli)


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