Langer Weg bis zum Messestart

AUSBILDUNG Wirtschaft und Institutionen stellen "Do it" selbst auf die Beine

Seit Monaten mit der "Do it" beschäftigt: Elisabeth Schneider. (Foto: privat)

Denn für die Premiere in der Limburger Markthalle haben Vertreter aus Unternehmen, Berufsschulen, Arbeitsagentur, IHK und Kreishandwerkerschaft viel Zeit investiert. Der drohende Fachkräftemangel lässt die Wirtschaft und Institutionen zusammenrücken. Die Idee: Schüler sollen nicht nur Hochglanzbroschüren und Kugelschreiber von einer Berufsbildungsmesse mit nach Hause nehmen, sondern typische Aufgaben eines Berufs selbst erleben und ausprobieren.

Im Herbst 2013 sei die Idee für eine derartige Messe im Landkreis Limburg-Weilburg geboren, sagt Elisabeth Schneider, die Ausbildungsleiterin des Limburger Bauunternehmens Albert Weil. Die Berufsorientierung sei bei Schülern oft mangelhaft. "Jeder Fünfte bricht seine Ausbildung ab", sagt sie. Der Grund: Viele Schüler wissen nicht, welche Aufgaben der gewählte Beruf mit sich bringt. 

"Einiges haben wir im Vorfeld nicht als Problem gesehen"

Doch von der Idee bis zum Öffnen der Messetore am Montag war es ein langer Weg. In sieben Arbeitsgruppen organisierten Ausbilder, Personaler, Firmenchefs und Vertreter der Institutionen und Verbände die Messe. Versicherungsfragen, der Brandschutz, der Aufbau und ein Kinospot waren nur einige der Aufgaben. Für den Sonntag ist zudem eine Kinderbetreuung organisiert worden. 

An den Messeständen werden die derzeitigen Azubis ihre Berufe erklären. Zusammen mit ihren Berufsschullehrern haben sie sich in den vergangenen Wochen überlegt, wie sie die Kernaufgaben ihres Berufs in einem 20- bis 30-minütigen Praktikum vermitteln können. "Sie wissen am besten, was das Spannende an ihrer Ausbildung ist", erklärt Schneider den Ansatz. Für die Messewoche werden die Lehrlinge von ihren Unternehmen deshalb freigestellt. 

"Einiges haben wir im Vorfeld nicht als Problem gesehen", blickt die Ausbildungsleiterin und Betriebsbuchhalterin der Albert Weil AG zurück. Etwa die Frage, wie die Schüler morgens nach Limburg kommen. "Wir dachten, die haben eine Monatskarte, damit ist die Fahrt abgedeckt." Doch dem war nicht so, die Karte gilt nur zwischen Wohnort und Schulort. Also sprach Schneider die Busunternehmen im Kreis an. Das Resultat: "Wir bekommen die Busse zum Selbstkostenpreis", erklärt Schneider.

Die Ausbildungsmesse lebt von derartigem Engagement, Sponsoren und Spenden, aber vor allem davon, dass Firmen beispielsweise die Arbeitskraft, Zeit und das Know-how ihrer Mitarbeiter zur Verfügung stellen. In den vergangenen drei, vier Monaten habe es für sie kein Wochenende ohne "Do it" gegeben, sagt Schneider. "Man glaubt nicht, wie viel Arbeit im Vorfeld einer solchen Messe anfällt."

Während der Vorbereitung seien Wirtschaft und Institutionen näher zusammengerückt, sagt Schneider. Alle hätten erkannt, dass sie zusammen mehr bewegen können. Das wirke sich auch abseits der Ausbildungsmesse aus. So hätten die Beteiligten die Abschlussfeiern der Berufsschüler auf neue Beine gestellt. "Die ,Do it’ ist nur der Anfang", ist sich Schneider sicher.

-------

Fakten zur Messe

Bei der Ausbildungsmesse „Do it 2015“ erleben Schüler ab Montag, 9. März, 70 Berufe zum Anfassen. Fünf Tage lang können sie bei Mini-Praktika mit Auszubildenden in Kontakt kommen und sich informieren. Die Vormittage sind für die Schulen reserviert. Nachmittags sind von 13.30 bis 16.30 Uhr alle Interessierten in der Limburger Markthalle willkommen. Der Eintritt ist frei.
Zum Abschluss der Messe stellen sich beim „Treffpunkt Ausbildung“ am Sonntag (15. März) Firmen aus dem Landkreis vor. Zudem gibt es Gesprächsrunden. Der „Treffpunkt Ausbildung“ hat von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.doit-limburg-weilburg.de.  (ohe)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2015
Kommentare (0)
Mehr aus midde