Lisa Putz will auf die Opernbühnen

MUSIK Gesangstalent übt täglich

Lisa Putz zu Hause beim Proben. (Foto: A. Müller)

Neujahrskonzert in Bad Schwalbach: Lisa Putz (Mitte, im hellen Kleid) hat das Schwipslied aus "Eine Nacht in Venedig" und eine Strophe aus Libiamo aus "La Traviata" gesungen. (Foto: privat)

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2015 hat Lisa Putz aus Gaudernbach am Weilburger Gymnasium Philippinum Abitur gemacht. Natürlich auch im Fach Musik. Nun absolviert sie an ihrer ehemaligen Schule ein freiwilliges soziales Jahr und betreut das Projekt Ganztagsschule. Auch wenn sie sich gut vorstellen kann, später einmal im pädagogischen Bereich zu arbeiten, ist ihr Traum jedoch eine Karriere als Opernsängerin.

"Musikalisch gefördert werde ich seit dem Kindergarten. Gesang war schon immer mein Hobby", erzählt die junge Frau. "Im Jahr 2010 hat mich beim Weihnachtskonzert eine Schülerin der Sängerin Romana Vaccaro gehört und mich ihrer Lehrerin vorgestellt. Vorher hätte ich nie daran gedacht, Gesangsunterricht zu nehmen."

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Auch für klassische Musik habe sie sich nicht besonders interessiert. "Seit dem Frühjahr 2011 nehme ich Gesangsunterricht. Meine Eltern fördern mich, finanziell sowie moralisch", sagt sie dankbar.

"Durch meine Lehrerin und deren Ehemann Michael Vaccaro, der die Opera Classica Europa leitet, erfahre ich viel Unterstützung, komme in Kontakt mit anderen Künstlern und kann wichtige Erfahrungen im Bereich Oper und Konzerte sammeln", sagt Putz. "Immer wieder bekomme ich kleinere Rollen in Opern, außerdem darf ich bei den Opern- und Operettenkonzerten mitsingen. Dadurch lerne ich professionelle Sänger kennen oder kann zusammen mit dem Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden konzertieren."

Putz’ musikalischer Lebenslauf ist schon jetzt beachtlich. Sie hatte bereits Rollen im "Freischütz" (Carl Maria von Weber), "Die Hochzeit des Figaro", "Die Entführung aus dem Serail" und "Die Zauberflöte" (Wolfgang Amadeus Mozart), "Tosca" und "Rigoletto" (Giuseppe Verdi), "Gianni Schicchi" (Giacomo Puccini), "Der Vogelhändler" (Carl Zeller) und im Oratorium "Elias" (Felix Mendelssohn-Bartholdy). Eine Hauptrolle sang sie als Gretel in der Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck. 2015 hat sie auch zum ersten Mal ein Programm moderiert.

Die Sopranistin ist sich bewusst, wie schwer es ist, mit Musik und Gesang den Lebensunterhalt zu bestreiten. Das bekommt sie immer wieder durch die professionellen Sänger der Opera Classica Europa mit.

"Beim Musik-Theater kommt es viel weniger darauf an, ob man studiert hat oder nicht, Hauptsache man ist gut. Kontakte sind natürlich auch sehr wichtig", erzählt sie. So will Putz erst einmal weiter privat Unterricht nehmen, bis sie sich mit einem "normalen" Job über Wasser halten könnte. Dann möchte sie sich an Theatern fürs Vorsingen bewerben.

Sechs Jahre Klavierunterricht kommen ihr zu Gute. "Noten lesen ist ganz wichtig, auch sollte man möglichst vom Blatt singen können. Hilfreich ist auch, eine oder mehrere romanische Sprachen zu beherrschen", erklärt sie.

Zunächst steht das Studium zur Grundschullehrerin im Fokus

Zunächst will sie ihr Studium für Grundschullehramt absolvieren. Ihr großer Traum ist aber, irgendwann mal als Sängerin genug Geld zu verdienen, um davon zu leben. Dafür nimmt sie einiges auf sich. Viel Probenarbeit ist nötig, manchmal acht Wochenenden hintereinander und selbstverständlich tägliches Üben bis zu vier Stunden. "Da kann das Privatleben schnell auf der Strecke bleiben", erzählt sie. "Die Sänger werden dann ein bisschen zur Familie. Ich kann auch nicht am Wochenende einfach mal feiern gehen, denn ich muss immer auf meine Stimme achten."

Putz’ große Vorbilder sind Romana und Michael Vaccaro. "Sie sind Vollblutkünstler und nehmen die ganzen Strapazen auf sich, weil sie die Musik so lieben. Geld verdienen kommt erst an zweiter Stelle." Sie weiß aus eigener Erfahrung: "Egal wie anstrengend, hektisch und chaotisch die Proben sind, auch wenn man manchmal einfach keinen Bock hat und alles hinschmeißen möchte, ist das Gefühl auf der Bühne zu stehen, einfach überwältigend." Der Applaus sei der Lohn des Künstlers, nicht das Geld. "All die Komplimente nach dem Auftritt zu bekommen, entlohnt die wirklich harte Arbeit und spornt dazu an, das nächste Mal noch mehr zu geben und noch besser zu sein."


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