Menschen pflegen in Israel

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Das Abitur hat Annabel Stahl (19)   so gut wie in der Tasche. Doch die Lernerei geht für die Schülerin der Wetzlarer Goetheschule weiter. Das  Fach diesmal: Hebräisch. Die Merenbergerin bereitet sich auf das bislang größte Abenteuer ihres Lebens vor: Sie geht für ein Jahr nach Israel. 

Dort will sie für ein Jahr   soziale Arbeit leisten –  bei alten oder behinderten Menschen. Was genau ihre Aufgabe sein wird, erfährt sie in den nächsten Tagen. Auch in welche Stadt sie kommen wird, weiß sie noch nicht. „Ich hoffe, nach Jerusalem.“

Denkt  man an Israel, erscheinen vorm inneren Auge unweigerlich Fernsehbilder des blutigen Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern. Aufstände, Attentate, Unruhen gehören zum Lebensalltag des landschaftlich und kulturell beeindruckenden Staates im Nahen Osten. Annabel hat ihn als Aufenthaltsort  gewählt, weil ihr die dafür zuständige Jugend-Freiwilligendienst-Organisation mit ihrem Angebot besonders gut gefallen hat. Diese nennt sich „Dienst in Israel“ – auf Hebräisch: „Hagoshirm“, was auf Deutsch „Brückenbauer“ bedeutet. Finanziert wird das Ganze durch Spenden. Flug und Versicherung bekommt Annabel nach ihrem Auslandsjahr teilweise zurückerstattet.

Annabel plant Trips ans  Meer, nach Bethlehem und in die Wüste Sinai

Angst hat sie keine vor dem fremden Land. „Mir machen eher meine Familie und Freunde Angst, wenn sie mich danach fragen“, sagt sie.  Die zeigen nämlich offen ihre Besorgnis. „Ich selbst mache mir da gar keine Gedanken drüber.“ Außerdem fühlt sie sich auch von ihrer Organisation geschützt. Zu ihrer Sicherheit ist festgelegt, dass sie sich nicht in allen Gebieten einer Stadt aufhalten darf. Auch hat sie sich über angemessene Kleidung erkundigt. Die Agentur hat ihr geraten, auf der Straße, vor allem in der Nähe von Moscheen, ihren Körper zu bedecken.

Bei Annabel überwiegt vor allem eine Sache: Vorfreude. „Ich war noch nie in Israel, aber deswegen bin ich auch so gespannt, was mich erwartet.“ Sie wird schon eine Woche vor Beginn der Arbeit nach Israel fliegen, um sich ihren neuen Wohnort genau anzusehen. Schon jetzt macht sie sich  Gedanken über eine Verlängerung des Freiwilligen-Jahres. „Aber für den Anfang sind zwölf Monate erstmal genug“, sagt sie.  In Israel will sie auf jeden Fall mal an das Rote oder das Tote Meer fahren, die Wüste Sinai sehen und nach Bethlehem fahren. „Ich arbeite fünf Tage in der Woche. Ich denke dass ich dann genug Zeit haben werde, mir alles anzusehen.“

Nach dem mündlichen Abi steht für Annabel jetzt der Hebräisch-Sprachkurs an. Kein Muss für ihren Aufenthalt, aber ein Vorteil.  In Israel  werden dann auch jeden zweiten Monat Sprachseminare stattfinden.

www.dienste-in-israel.de


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