Mit Video: Boarden auf dem See

Snowboard fahren kann ich. Skateboard auch ein bisschen. Windsurfen habe ich auch schon gemacht. Wakeboarden ist ja eine Mischung von allem. Und es sieht gar nicht so schwer aus. Dachte ich. 
Am Heuchelheimer See kann man im Sommer ab 13 Uhr zu jeder vollen Stunde einen Anfängerkurs für Wakeboarden oder Wasserski machen. In der Theorie klingt es noch recht simpel: „Wenn du auf dem Board mit dem rechten Bein vorne stehst, musst du dein Gewicht mehr nach links  verlagern. Beim Start in die Knie gehen und die Arme an die Hüfte ran ziehen,“ erklärt Uwe Vorpahl, Geschäftsführer des  Wasserski- und Wakeboard-Zentrums. Gesagt, getan. Doch irgendwie klappte es nicht. Anfänger, wie ich, starten im Sitzen. Die Profis springen einfach los.  Aber das Zugseil zieht beim ersten Mal überraschend ruckartig an und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Wahrscheinlich habe ich den Zug unterschätzt und bin  einfach nach vorne gefallen. Also mit dem Board zum Ufer schwimmen und zurück zum Start.

„Länger als eine halbe Runde halte ich nicht durch, die Wellen sind zu hoch“, sagt Nora

Der zweite Versuch sollte besser klappen. Direkt vor dem Start bekomme ich den Tipp, länger in den Knien zu bleiben. Und schon schaffe ich es, ungefähr fünf Meter zu boarden. Das ist zwar immer noch nicht wirklich viel, aber es funktioniert. Dann heißt es wieder zum Ufer schwimmen.
Beim dritten Start schaffe ich es dann ein Stückchen weiter. Aber immer wenn ich das Gefühl habe, dass ich jetzt sicher auf dem Board stehe, falle ich wieder ins Wasser. 
Versuch Nummer vier endet noch weiter vom Startpunkt entfernt. Allerdings weiß ich jetzt, wo mein Fehler ist. Das Seil zieht mal stärker und mal schwächer. Dadurch muss man die Arme strecken oder wieder an den Körper ran ziehen. Außerdem muss man auf die Wellen achten und richtig darüber gleiten. 
Auch wenn der See ruhig aussieht, für Wakeboarder sind die Wellen ganz schön hoch. Ich gebe nicht auf und will beim fünften Versuch eine Runde  fahren. Wie ich um die Kurven komme, weiß ich noch nicht. Das Seil wird mich schon führen. Nach der ersten Kurve wusste ich ungefähr wie es geht. Ich habe es nur nicht geschafft, wie vorgegeben durch die roten Bojen zu fahren. Auch in der zweiten Kurve habe ich die Bojen verfehlt. So bin ich mit der Idee, eine Runde zu fahren, wieder ins Wasser gefallen.
Als ich dann durch den halben See zum Ufer schwimmen musste, war ich froh, eine Schwimmweste zu tragen. Denn mit dem Board unter dem Arm kommt man nicht  schnell voran. Außerdem sind die Wellen in der Mitte des Sees noch höher. Wieder beim Start, war ich ganz schön aus der Puste. 
Die Zeit verging wie im Flug, und so brachen wir den Versuch ab, ohne dass ich eine vollständige Runde von 800 Metern geschafft hatte. Ich denke aber, dass ich es irgendwann geschafft hätte. Und wenn man  weiß, wie es geht, macht es bestimmt richtig Spaß.

Auf unserem midde-YouTube-Kanal findet ihr ein Video zum diesem Artikel.


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