Mit Video: "Runter kommt man immer"

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Auf diesen Moment haben wir lange gewartet. Vier Stunden haben wir uns am Flugplatz in Gießen-Lützellinden die Zeit totgeschlagen. Hunde gestreichelt. Im Gras gelegen. Mit bangem Blick die wild wehenden Wetterfahnen beobachtet. Gewartet, bis der Tower das Okay zum Start gibt.

"Ist schon mal jemand bei einem Sprung ohnmächtig geworden?", "Hat sich schon mal jemand dabei übergeben?", "Was ist, wenn man einen Vogel trifft?" Geduldig hat das Team von "Pullout Skydive" all unsere Fragen beantwortet. Und: Ohnmächtig ist tatsächlich schon mal ein Tandem-Springer geworden. 20 Meter vor dem Boden. "Aber runter kommt man immer", verspricht man uns.

Dann geht es los. Ab in die Overalls. Die sind etwas zu groß, "aber das geht schon", wird uns versichert. Unsere "Tandemmaster" helfen uns in die Sicherungsgurte und zurren alles fest. Nur noch eine Schutzkappe und eine Brille mitnehmen und schon geht's auf zum Flugzeug.

Ganz schön laut in so einer kleinen Maschine. Und eng. Es geht steil nach oben. Der Druck auf die Ohren steigt mit der Höhe der Maschine. Bei einem Blick aus dem Fenster sieht alles aus wie Spielzeug. Und dann lassen wir die Wolken schon unter uns. Ein Ruck. Was ist das? Ein Luftloch. Das Team lacht über unsere erschrockenen Gesichter.

Nach wenigen Augenblicken öffnet sich die Schiebetür auf der rechten Seite. Ein Kälteschwall tritt ins Innere. Jetzt geht alles ganz schnell. Die "Tandemmaster" schieben uns zum Ausgang. Wir sitzen am Ausgang des Fliegers. Hängen schon in der Luft. "Ready? Go!", ruft der Ungar Laszlo und wir fallen. Immer schneller. Nach weniger als einer Minute im freien Fall, zieht der "Tandemmaster" die Reißleine. Mit einem Ruck wird man schlagartig abgebremst. Jedes Gefühl für die Umgebung geht verloren und es fühlt sich an, als würde man nach oben gezogen werden.

Ungefähr zehn Minuten gleiten wir noch in der Luft herum. Drehen uns im Kreis. Wir dürfen sogar selbst die Lenkschlaufen in die Hand nehmen und den Gleitschirm steuern. "Füße hoch!", ruft Laszlo. Wir setzen zur Landung an und plumpsen auf den Po. Und schon ist alles vorbei. "Nochmal!"

Auf unserem midde-YouTube-Kanal findet ihr ein Video zum diesem Artikel.


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