Monumental gelungen?

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Wer?!

George Clooney erweist sich in seinem neuesten Projekt als wahrer Allrounder: Neben seiner Regiearbeit ist er außerdem noch für Teile des Skriptes verantwortlich und steht selbst in einer der Hauptrollen vor der Kamera. Schauspieltechnische Unterstützung erhält er von Matt Damon, Bill Murray und John Goodman. Cate Blanchett sorgt zudem für die weibliche Komponente im testosteronlastigen Kriegsabenteuer.

Was?!

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Der Zweite Weltkrieg steht kurz vor der Entscheidung, die deutschen Streitkräfte befinden sich im Rückzug: Zusammen mit sechs weiteren Soldaten begibt sich Frank Stokes ins zerfallene Europa, wo der kleine Trupp mit dem Spitznamen „Monuments Men“ alles daran setzt, gestohlene Kunstwerke zurückzuholen und die weitere Zerstörung wichtiger Kulturgüter zu verhindern. Dabei stoßen sie nicht nur in den eigenen Reihen auf Widerstand, sondern erleben die letzten Regungen des Krieges hautnah mit.

Wie?!

In Anbetracht des spektakulären Gurlitt-Kunstfundes des vergangenen Jahres erhält George Clooneys neueste Regiearbeit neben ihrer geschichtlich bewiesenen Komponente nun zusätzlich noch eine aktuelle Brisanz. Die deutsch-amerikanische Koproduktion wurde dabei fast ausschließlich in Deutschland gedreht, doch statt Originalschauplätzen wich das Team oftmals auf das Studio Babelsberg aus. Mit rund 10.000 Komparsen betrieb Clooney einen enormen Aufwand für das historisch äußerst interessante, wenn auch bisher konsequent vernachlässigte Themengebiet. Akribisch beschreibt der Hollywood-Star die einzelnen Etappen der Monuments Men, allerdings ohne dabei das Gesamtbild im Auge zu behalten.

So wirkt der Film wie eine überlange Einleitung, der es an Höhe- und Wendepunkten fehlt, weshalb der Story schnell die Puste ausgeht. Glücklicherweise beruft sich „Monuments Men“ dafür auf die Stärken seines erfahrenen und sympathischen Casts, der in buchstäblich allen Situationen für den einen oder anderen Lacher sorgen kann, ohne dabei pietätlos zu wirken. Im Vergleich zu Clooneys letztem Projekt – „The Ides of March“ – stellt die 70 Millionen Dollar Produktion jedoch eine deutliche Verschlechterung dar.

Fazit:

Den „Monuments Men“ fehlt es auf der Zielgerade an Biss, sodass kleine Längen im Mittelteil für Gähnen im Kinosaal sorgen werden. Zwar wird versucht, das Debakel mit Humor zu meistern, doch von höchst aufschlussreichen Fakten einmal abgesehen, präsentiert sich Clooney hier keinesfalls auf Spitzenniveau.

Warum die Nachbarn aus dem Siegerland übrigens stolz wie Oscar sind, erfahrt ihr hier.

Das meinen die Besucher:

Hendrik Pianta (20) aus Mannheim:

„,Monuments Men' war besonders wegen der ungewohnten Perspektive sehenswert, aus der er den Zweiten Weltkrieg beleuchtet hat.“

Franziska Müller (20) aus Worms:

„Mir hat am Film die Besetzung sehr gut gefallen. Außerdem war er trotz ernster Story oftmals lustig.“

Malte Iwanicki (20) aus Worms:

„Ein Super-Film, der mit fesselnder Musik auftrumpfen konnte. Am besten hat mir gefallen, dass man noch etwas über Kunstgeschichte gelernt hat.“

 


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