Musik für die, die keine Stimme haben

KONZERT Divide und Peter Screwjet

Powervollen Punk liefert Peter Huhn aka Peter Screwjet. (Foto: Röder)

Rapper Divide aka Sascha Erhardt feiert den Release seiner neuen CD "Camino Marley 3" - und setzt sich zugleich für Flüchtlinge ein. 50 Prozent der Einnahmen werden gespendet. (Foto: Röder)

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Sascha Erhardt, der Mensch hinter dem Künstlernamen Divide, will mit seiner Musik zum Nachregen anregen. Seine Texte sind positive Nachrichten an jeden - egal welcher Hautfarbe. Sascha Erhardt möchte mit seiner Musik und seinen Taten aber auch helfen. So war er beispielsweise als Entwicklungshelfer auf den Philippinen. Aktuell will er die Flüchtlinge unterstützen, die in Biedenkopf leben.

Deshalb hat der Rapper den Veröffentlichungstag seiner neuen CD "Camino Marley 3", die man sich kostenlos im Internet herunterladen kann, unter das Motto "Refugees Welcome" (Herzlich willkommen, Flüchtlinge) gestellt. 50 Prozent der Einnahmen des Konzerts in der Aue-Eventhalle werden an das Diakonische Werk Biedenkopf-Gladenbach gespendet. Hinzu kommt noch ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf von Divide-T-Shirts und -Stickern.

Wohl in dieser Form nicht zu realisieren gewesen, wäre das Konzert ohne die Unterstützung von Petra und Thomas Zaun, die Inhaber der Aue-Eventhalle, die sie dem Rapper kostenfrei zur Verfügung stellen. "Wir sind via Facebook auf die Musik von Sascha aufmerksam geworden", erzählt Thomas Zaun. "Seine Message kam an und hat uns beeindruckt. Wir dachten, daraus kann man was machen." Schnell wuchs die Idee, etwas für Biedenkopfs Flüchtlinge zu tun.

"Jeder, der Rassismus verbreitet, ist ein Idiot. Wir wollen alle in Frieden leben - dafür stehe ich"

Einsatz, der ankommt, wie Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) zu Beginn des Konzerts attestierte. "Es geht darum, Flüchtlinge in Biedenkopf willkommen zu heißen", sagte er. Eine Vielzahl Ehrenamtlicher würde sich dafür einsetzen und sich einbringen. "Es ist toll, wenn sich Leute Gedanken machen, wie sie kreativ helfen können. Vielen Dank an alle, die das tun", lobte der Rathauschef.

Dass der Willkommensgruß auf fruchtbaren Boden fiel, zeigte sich nicht nur daran, dass viele Flüchtlingsfamilien gekommen waren, sondern auch daran, dass einer von ihnen, der Syrier Hamza Al Ahmed, das Wort ergriff: "Vielen Dank, dass ich hier sein darf", sagte er. Er sei sehr glücklich darüber, in Biedenkopf so freundlich aufgenommen geworden zu sein. Seit acht Monaten lebt er dort. Er ist einer von fünf Flüchtlingen, die am "Postraub"-Musical mitgewirkt haben. Sascha Erhardt hielt sich mit Ansagen zunächst ebenfalls zurück und ließ die Musik seines neuen Albums für sich sprechen. "Meine Musik setzt sich für die Leute ein, die keine Stimme haben", sagte er schließlich. Und: "Jeder, der Rassismus verbreitet, ist ein Idiot. Wir wollen alle in Frieden leben - dafür stehe ich."

Nicht minder politisch gaben sich Peter Huhn aka Peter Screwjet, der gebürtig aus Biedenkopf stammt, aber heute in Hanau lebt, und sein Partner Felix Schmidt. Normalerweise stehen noch zwei Bandmitglieder mehr auf der Bühne, erzählten sie. In kleiner Besetzung konnten sie aber ebenfalls mit einem Akustik-Set überzeugen. Ihre Punk-Songs wie "Neue Dummheit" oder "Drei Fragen" verloren auch mit der Minimal-Instrumentierung aus zwei Gitarren nichts von ihrer Energie.

"Es ist für uns selbstverständlich zu helfen", sagte Peter Huhn im Vorfeld. Das bei dem Refugees-Welcome-Konzert Hip Hop auf Punk treffe sei kein Widerspruch, sondern stehe sinnbildlich für das Ziel: "Es geht uns darum, Mauern zu durchbrechen."


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