Nach oben wie einst "Juli"

MUSIKCAMP 100 Jugendliche lernen und proben fünf Tage in der Jugendburg

Marek Haesler ist Schlagzeug- und Klavierdozent in der Musikzentrale in Gießen und gibt den Jugendlichen Tipps.

Mit voller Konzentration übt Ryan einen Song am Schlagzeug, damit später bei den Bandproben alles sitzt.

Zusammen Musik machen und Spaß haben - das ist das Motto des Bandcamps Mittelhessen. Selbst in den unterrichtsfreien Zeiten ist überall Musik zu hören, egal ob drinnen oder draußen. (Fotos: Heep)

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Bandcamp in der Burg: 100 Jugendliche machen mit

Morgens um acht Uhr beginnt der Tag mit dem Frühstück. Anschließend werden die Jugendlichen in verschiedenen Räumen der alten Burg in Gesang und Instrumenten wie Schlagzeug, Gitarre, Bass oder Klavier unterrichtet.

20 Betreuer und Dozenten sind dafür im Einsatz. "Die Gruppe besteht aus sehr unterschiedlichen Musikern, aber trotzdem läuft es nicht nur diszipliniert, sondern auch kollegial und freundschaftlich ab", freut sich Sebastian Schlöndorf. Er ist der Geschäftsführer der Musikzentrale und selbst Schlagzeuglehrer und Bandcoach.

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Das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" ermöglicht in Kooperation mit dem Bündnis "Music iCan" das für die Teilnehmer kostenlose Bandcamp. Die Wetzlarer Musikzentrale ist Ausrichter der Veranstaltung.

Um halb eins ist dann Zeit für das Mittagessen. In der Jugendburg Hohensolms ist für die komplette Verpflegung gesorgt. Die Mittagspause geht eigentlich bis 14 Uhr, doch so richtig eingehalten wird sie nicht.

Nach dem Abendessen werden noch Workshops angeboten

In jedem der Schlafzimmer sitzen ein paar Jugendliche zusammen und spielen Gitarre, singen dazu und trommeln im Rhythmus auf den Betten. Einige können es kaum erwarten, bis die Probenräume wieder aufgeschlossen werden. Die anderen bereiten sich auf die Bandproben vor.

Die beginnen dann nach der Mittagspause. Neben drei schon bestehenden Bands, die das Camp nutzen, um sich weiterzuentwickeln, haben sich weitere 15 Bands zusammengefunden.

Darunter sind fünf Bands schon vollständig und fest entstanden. Die restlichen sind noch in der Gründung.

Nach dem Bandcoaching gibt es um 18 Uhr Abendessen. Doch damit ist der Tag noch nicht vorbei. Ab halb acht können die Teilnehmer Workshops belegen, die Hilfe beim Komponieren und Texten geben. "Meistens ist hier erst um 23 Uhr Schluss", erzählt Sebastian Schlöndorf. Für ihn und sein Team ist das Bandcamp anstrengend, aber auch schön.

Und auch die Teilnehmer sind zufrieden. Eric Sendler (17) sagt zum Beispiel: "Für mich ist es das erste Bandcamp und ich finde es gut. Hier sind viele Leute, die mehr oder weniger können und man tauscht sich aus, Es ist sehr interessant, Banderfahrung zu sammeln."

Zum Finale des fünftägigen Camps dürfen die Bands beim Abschlusskonzert zeigen, was sie gelernt haben. Und vielleicht ist eine Band entstanden, die es nach oben schafft - so wie "Juli" vor einigen Jahren.


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