Promiauflauf mit Oscar-Chancen: "American Hustle"

Wer?!

Nachdem Russell 2012 bereits mit Bradley Cooper und Jennifer Lawrence für „Silver Linings“ zusammen arbeitete, tummeln sich die zwei Weltstars auch in seinem neuesten Film zwischen namenswerten Schauspielkollegen wie Christian Bale, Amy Adams, Jeremy Renner und Michael Pena. Des Weiteren besitzt Robert De Niro noch einen kurzen Auftritt als Mafia-Boss. Das Skript zum Oscar-Favoriten stammt aus der Feder von „The International“-Drehbuchautor Eric Warren Singer, der bei der Anfertigung Unterstützung von Regisseur Russell erhielt.

Was?!

New York, 1978: Irving Rosenfeld hat eine besondere Gabe: Er kann Leute gekonnt über den Tisch ziehen, weshalb er mit Trickbetrügereien seinen Lebensunterhalt verdient. Zusammen mit seiner Geliebten Sydney verdient er sich so eine goldene Nase, bis ihn der FBI-Agent Richie DeMaso überführt und dazu zwingt, bei einem gemeinsamen Projekt behilflich zu sein. Es geht um Politik und viel Geld, doch viel gefährlicher: Es geht bald auch um das Leben aller Beteiligten…

Wie?!

In den Anfangsminuten des Films dauert es eine Weile, bis dem Zuschauer dämmert, wer ihm auf der Leinwand mit goldener Fliegerbrille, wulstigem Brusttoupet und ausladendem Bauch gegenübersitzt: Es ist Christian Bale, den selbst Filmkollege Robert De Niro vor Drehstart nicht wiedererkennen konnte.

Dabei vereint Russells Hommage der 1970er- und 1980er-Jahre allerlei kauzige und schräg ausschauende Protagonisten, die in dem Wirr aus konfusen Dialogen und einer abenteuerlichen Geschichte den Mittelpunkt des Geschehens bilden. Russells eigener Aussage zufolge wurde am Set des Films viel improvisiert; zum Leidwesen des Skripts, wie schnell erkennbar wird. Ihm ginge es viel mehr um die Charaktere des Films, der mit seiner Länge von 140 Minuten definitiv zu lang ausgefallen ist.

So kommt es, dass „American Hustle“ trotz herrlich schräger Figuren bis zum twistreichen Ende mit seinem in die Länge gezogenem Skript kämpft, das auch Superstars wie Bradley Cooper oder Christian Bale nicht mehr zum Guten wenden können. Zwar mag die Oscar-Jury dem teils amüsanten Film gegenüber gnädig gesonnen gewesen sein, doch nüchtern betrachtet quält sich hier ein erstklassiger Cast durch einen optisch schönen aber skripttechnisch unspektakulären Film ohne Höhepunkt.

Fazit:

Kunterbuntes Kinotreiben der Extravaganz, das an seinen hohen Ansprüchen an sich selbst kränkelt. Nach „The Wolf of Wall Street“ bereits die zweite große Produktion des Jahres, die für enttäuschte Gesichter im Kinosaal sorgt.    


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