Roboter "Made in Wetzlar"

TECHNIK Kinder hauchen Maschinenwesen Leben ein

Gespannt beobachten diese beiden Bastler, was ihr Robot tut.

Fachsimpeln gehört auch bei den kleinen Ingenieuren zum Geschäft. (Fotos: Jung)

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Zwei Tage zum Tüfteln und Experimentieren, zum Ausprobieren und ein bisschen zum Lernen. Zehn technikbegeisterte Kinder haben die Gelegenheit genutzt und im Jugendzentrum Girmeser Villa in Wetzlar ihren ersten Roboter gebaut. "Ich musste gar nicht viel erklären, alle Kinder waren voll bei der Sache und haben das meiste selbst herausbekommen", erklärte Lorena D’Aveta, die das Programm bereits zum zweiten Mal anleitete.

Am ersten Tag wurde gebaut. Fünf Baukästen waren vorhanden, immer zwei der interessierten Tüftler legten zusammen los. "Das sind Baukästen ab acht Jahren, denen eine Anleitung beiliegt und die macht das Aufbauen leichter", weiß D’Aveta. Sie selbst hat den Kurs als Kind einige Male besucht und den Dreh inzwischen raus. Man müsse ein bisschen Geduld haben und sich konzentrieren, dann sei das Aufbauen nicht schwierig. 

Unter den "Roboterbastlern" war auch Cosmin, der das Angebot nutzte, um sein technisches Interesse weiter auszubauen: "Ich bastle gerade zu Hause an einem ferngesteuerten Auto und hoffe, dass ich es bald zum Fahren bringen kann", erzählt der Neunjährige.

Doch mit dem Bauen allein war es nicht getan. Fertig zusammengebastelt waren sie am Ende des ersten Tages. Drei Sensoren waren angebracht, die Augen, Ohren und Stoßdämpfer darstellen sollten, und natürlich durften all die Teile nicht fehlen, "die das Gerät sonst noch aufmotzen", wie einer der Jungen einwarf.

Tag 2 brachte das Programmieren mit sich. "Heute Mittag sollt ihr euren Eltern eine Choreografie vorführen; jetzt könnt ihr die Zeit nutzen, dafür zu üben", erklärte die Anleiterin. Dazu wurden die Laptops - genau wie die Roboter - von der Stadt Wetzlar zur Verfügung gestellt. Eine benutzerfreundliche Software half dabei, den Roboter individuell zu programmieren, ohne die schwierige Programmiersprache zu beherrschen.

Nach dem Zusammenbau steht das Programmieren auf dem Plan

Stück für Stück hauchten die Tüftler ihren fünf Robotern Leben ein. Erst einen Meter geradeaus fahren, dann um die Ecke oder auch mal im Kreis. "Das ist nicht schwer, aber die Kinder brauchen genügend Zeit zum Ausprobieren. Dabei spielen Befehle wie die Schnelligkeit, die Zeit und die Gradzahl eine Rolle, sie müssen aufeinander abgestimmt werden", fasste Alina D’Aveta zusammen. Sie unterstützte ihre Schwester bei der Arbeit mit den Kindern und war erfreut, mit wie viel Enthusiasmus die dabei waren.

Gespannte Blicke auf Laptop und Roboter und fieberhaftes Erarbeiten einer tollen Choreografie ließen die letzten Stunden vor dem großen Moment schnell vergehen. Begeistert zeigten die jungen Programmierer ihren Eltern, was sie ihrem Roboterfreund beigebracht haben. Für die Schüler aus Wetzlar und Umgebung ein gelungenes Ende, bevor die 350 Euro teuren Roboter wieder zerlegt wurden und nun in den Kisten schlummern, bis ihnen die nächste Truppe zu Leben verhilft.  


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