Schüler und Ehemalige treten zusammen auf

KONZERT Orchester des Gymnasiums begeistert in Schlosskirche

Oboistin Freya Obijon begeistert wie ihre Mitschüler das Publikum der Orgelmatinee in der Schlosskirche. (Foto: A. Müller)

Es fand in der Reihe "Orgelmatinee" des evangelischen Dekanats statt, für die Kantorin Doris Hagel verantwortlich ist. Die jüngsten Musiker waren gerade einmal zehn Jahre alt. Verstärkt wurde das Orchester durch ehemalige Gymnasiasten. Eine viertägige intensive Probenphase zur Vorbereitung des Konzertes sorgte mit für den Erfolg der Aufführung. Weinbrenner war es gelungen, einen wohlklingenden sinfonischen Klangkörper zu schaffen.

Zur Eröffnung erklang Antonin Dvoraks "Slawischer Tanz Nr. 6", bei dem sich Holzbläser und Streicher in der Melodie abwechseln. Weinbrenner moderierte das Konzert mit allerlei Wissenswertem zu den Werken. Seinen jungen Musikern stand die Konzentration ins Gesicht geschrieben. Sie musizierten sehr aufmerksam und hatten immer Blickkontakt zu ihrem Dirigenten.

Solisten zeigen ihr ganzes Können

"Astor Piazolla war Schüler von Nadja Boulanger. Sie bestärkte ihn darin, Tangos, die keinen hohen Stellenwert hatten, zu komponieren", erläuterte Weinbrenner. Das Orchester trug "Libertango" aus dem Jahr 1973 vor. Darin kommt die Befreiung von Vorurteilen gegenüber dem Tango zum Ausdruck. Fast alle Instrumente haben nacheinander solistische Stellen, bis es zu einem satten "Tutti" kommt. Bei "Children’s Corner" von Claude Debussy handelt es sich um sechs Klavierstücke sehr unterschiedlichen Charakters. Drei von ihnen spielte das Schülerorchester in der Orchesterfassung. Debussy zitiert darin Richard Wagner, den er zunächst sehr verehrte, sich dann aber von seiner Musik abwand. So lässt er denn auch das musikalische Zitat ins Lächerliche abdriften. Zu einem ersten Höhepunkt des Mittags kam es, als Carla Schuld die "Suite für Cello solo Nr. 1 Allemande" von Johann Sebastian Bach interpretierte. Mit weichem Ton spielte die junge Frau sehr dynamisch und akzentuiert. Sie hatte zwar Noten vor sich liegen, spielte aber alles auswendig. Als der Applaus losbrach, fiel die Anspannung von ihr ab und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht.

Im 2. Allegretto-Satz der "Symphonie Nr. 7 op. 92" von Ludwig van Beethoven demonstriert der Komponist Erhabenheit und Leidenschaft. Majestätisch schreitend wirken die Linien von Celli und Bass, die dann von den Geigen übernommen werden. Mit spielerischen Triolen setzen Flöten und Klarinetten einen luftigen Kontrast. Bei "Gabriels Oboe" von Ennio Morricone zeigte Freya Obijon ihr ganzes Können und verzauberte das Publikum mit einem betörenden Klang ihres Instrumentes. Auch beim letzten Stück des Konzertes gab es ein Solo. "Live und unplugged", wie Martin Weinbrenner es ankündigte, spielte Onno Winter auf der Mandoline die "Piratenparty" aus dem Film "Fluch der Karibik". Weinbrenner erklärte, dass der Komponist Klaus Badelt das Stück am Computer gesampelt habe. Nun erklang eine akustische Version. Munter und tänzelnd klingt die "Party", entwickelt sich zu einem Marsch unter Einsatz aller Instrumente, geht dann in einen Teil voller Synkopen über, der an die musikalischen Straßenkämpfe von Leonard Bernsteins "West Side Story" erinnert und endet in einem fulminanten Finale. Die begeisterten Zuhörer belohnten die großartige Leistung der Musiker mit lang anhaltendem Applaus.


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