Schulabschluss – und dann?

Information  5. Berufsbildungsmesse an der Lahntalschule in Atzbach

Diese Schülerinnen interessieren sich für die Baubranche. (Foto: Rühl)
Zufrieden (v. l.): Carmen Lenzer, Ralf Jeschke, Evelin Hedrich. (Foto: Rühl)
Schüler informieren sich auch am Stand der Bundeswehr. (Foto: Rühl)
Mit dabei war auch auch die Pfeiffer Vacuum AG aus Aßlar. (Foto: Rühl)
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Schulleiterin Evelin Hedrich freute sich, dass sich 26 Aussteller aus Handwerk, Handel und Verwaltung den Fragen der Jugendlichen zur beruflichen Zukunft stellten. Zudem konnten sich die Jugendlichen und Erwachsenen in 13 Kurzvorträgen intensiver mit einem Berufsbild auseinandersetzen.

Die Messe wird alle zwei Jahre ausgerichtet und wendet sich vor allem an die Jahrgänge 8 und 9, die in diesem Schuljahr ein Berufspraktikum im Stundenplan haben. Aber auch die Klassen 7 und 10 werden dazu eingeladen.

Mia Weller aus dem 8. Jahrgang hat sich am Stand der Stadt Wetzlar informiert, die laut Sandra Kuhl neun Ausbildungsplätze bietet und drei im dualen Studiengang. Die Ausbildungsfelder reichen vom Gärtner bis zum Verwaltungsangestellten.

Der gleichaltrige Jamin Salad hat sich bei der Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes umgesehen und auch deren Vortrag besucht. Nach Angaben von Christiane Thöne bietet die Organisation jährlich rund 300 Plätze für ein Freiwilliges Soziales Jahr in den Unikliniken Marburg und Gießen, im Krankenhaus in Alsfeld und weiteren Einrichtungen an. Etliche „FSJ“-ler hätten in der Vergangenheit anschließend einen Ausbildungsplatz erhalten.

Kay Berghäuser aus dem Jahrgang 9 steuerte gleich den ersten Stand linker Hand an, die Bundeswehr. Auch den Vortrag der Soldaten besuchte er. Dort erfuhr er, dass das Heer rund 220 Standorte in der Bundesrepublik hat und viele Berufsbilder bietet.

Ralf Jeschke warb für die Ausbildungsberufe im heimischen Handwerk

Unter den Ausstellern waren sowohl Kleinbetriebe mit zwei Auszubildenden wie die Gartengestaltung Schäfer in Dorlar als auch Betriebe mit vielen Plätzen, darunter das Wetzlarer Optikunternehmen Zeiss, das jeweils 24 bis 28 Azubis anlernt. Dafür stehen eigens zwei Ausbildungswerkstätten zur Verfügung, so Burkhard Kramer.

Kreishandwerkermeister Ralf Jeschke warb für Ausbildungsberufe im Handwerk. Die Kreishandwerkerschaft biete eine Zukunft in über 130 Berufen. Wegen der immer komplexeren Berufswelt sei die Berufswahl eine der wichtigsten, aber auch schwierigsten Entscheidungen für einen jungen Menschen. Jeder dritte Lehrling werde im Handwerk ausgebildet. Was viele junge Menschen nicht wüssten, sei die Tatsache, dass die Berufe des Bauhauptgewerbes die Tabelle der Ausbildungsvergütungen anführten.

Wer einen Handwerksberuf anstrebe, komme in ein Feld des selbstständigen Arbeitens und erlebe kreative Entfaltungsmöglichkeiten. Gesellen könnten die Meisterschule besuchen und mit bestandener Prüfung als Betriebsleiter arbeiten oder den Weg in die Selbstständigkeit gehen und ihr eigener Chef werden. Mit der Meisterprüfung erwerbe man in Hessen die Hochschulzugangsberechtigung.

Zurzeit finde in Hessen ein Modellversuch statt, der Gesellen mit einer Abschlussnote von 2,5 und besser zum Studium berechtigt. Die Ausbildung junger Fachkräfte sei die Lebensader des Handwerks.

Lehrerin Carmen Lenzer, die die Berufsinfomesse von Anfang an organisiert, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf. Sie hofft, dass die Jugendlichen tatsächlich Kontakte geknüpft und Praktikumsplätze finden.

Burkhard Kramer von Zeiss sieht für die Unternehmen durch solche Messen eine Chance, Nachwuchs zu finden. Über ein Praktikum könne man die jungen Leute besser kennenlernen und gezielter auf eine Ausbildung zugehen.


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