Sechs Stimmen für 2000 Fans

Show  Finalisten von „The Voice of Germany 2017“ zu Gast in der Rittal-Arena

Die Finalisten von „The Voice of Germany“ haben am Freitagabend bewiesen, was sie können. (Foto: Lademann)
Ein Lied für Lissabon: „The Voice“-Siegerin Natia Todua will Deutschland beim „Eurovision Song Contest“ vertreten. (Foto: Lademann)
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Die 21-jährige Georgierin, die derzeit als Au-pair in Süddeutschland arbeitet und vor gut einem Monat zur Gewinnerin der TV-Castingshow „The Voice of Germany 2017“ gekürt wurde, hatte gerade ihren Siegertitel „With a little help from my friends“ („Beatles“) angestimmt. Erst alleine, mitten im Saal, dann im Zusammenklang mit fünf weiteren Finalisten und der Band begeisterte die quirlige junge Frau mit dem röhrenden Timbre und der Rastafrisur am Ende des Konzerts rund 2000 Zuhörer. Wer hatte da keinen Kloß im Hals.

Im Sechsergespann bei „The Voice of Germany – Live in concert“ hat Todua mit ihrer schon sehr professionellen Bühnenarbeit bewiesen, dass sie die „The Voice“-Krone zu Recht trägt.

Da waren ihr selbstbewusster gesanglicher Auftritt und ihre Ansage zugleich eine kleine Probe für ihren nächsten Coup: Natia Todua ist eine von sechs Kandidaten, darunter Voxxclub und Ivy Quainoo, beim deutschen Vorentscheid des „Eurovision Song Contests 2018“ (ESC), „Unser Lied für Lissabon“, in Berlin.

Lara Samira Will gefiel besonders mit dem Lied „Somewhere over the rainbow“

Auch wenn die Georgierin mit groovigen Interpretationen wie „Rehab“ (Amy Winehouse) oder ihrer (ein Handylichtermeer entfachenden) sanften Akustikversion von „Someone like you“ (Adele) verblüffte: Es waren nicht die einzigen Lichtblicke und Gänsehautmomente dieser Show.

Da war auch „The Voice“-Zweiter Benedikt Köstler mit seinem gefühlvollen Vortrag von Leonard Cohens „Hallelujah“. Es war gerade die sonore, raue Stimme des erst 17-jährigen, etwas unbeholfen und schüchtern wirkenden Schülers, die betörte, staunen ließ. Etwa beim bluesrockig-souligen „Way down we go“ (Kaleo) oder im Trio mit Gregor Hägele (17) und Lara Samira Will (16) beim Liebeslied „Mein Herz schlägt schneller als deins“ (Andreas Bourani).

Neben den oft peppig arrangierten Soul-, R’n’B- und Popsongs sorgte ein kleines, mit Sofa und Sesseln ausgestattetes Akustikset für heimelige Atmosphäre.

Lara Samira Will, das Küken der Runde, gefiel hier besonders mit „Somewhere over the rainbow“ in der Version des Hawaiianers Israel Kamakawiwo’ole, bei dem sie sich selbst auf der Ukulele begleitete. Interessant war auch das verwobene Arrangement aus „Smells like teen spirit“ („Nirvana“) und „Billie Jean“ (Michael Jackson).

Abgesehen von den sehr guten Stimmen aller Protagonisten und einer spürbaren Lässigkeit im Gesang – etwa, wenn Dzenan Buldic (23) das discofunkige „Classic“ (MKTO) oder „The Voice“-Dritte Anna Heimrath das balladeske, von waberndem Orgelsound umhüllte „Fix you“ („Coldplay“) anstimmte – wirkte das Agieren und vor allem das wechselnde, oft farblich uniform gehaltene Outfit einstudiert und „zirkusartig“. In sportlichem Schwarz-Rot-Weiß eröffneten die Sänger wie ein Nationalteam die Show; weiter ging’s in Pastelltönen, im Mix aus Braun und Rot, schließlich im Glitzerlook.

Die Aufforderungen zum Mitklatschen, Aufstehen und Mittanzen kamen auch eher wie vom Protokoll.

Gut, alle sechs Sängerinnen und Sänger sind trotz ihrer Auftritte im TV und Coachings noch jung. Potenzial haben sie allemal. Das hat das Publikum erkannt und feierte vor allem im zweiten Teil des Konzerts kräftig mit.


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