So kommt ihr an einen Ferienjob für den Sommer

 

Die Zahl der Ferienjobs nehme von Jahr zu Jahr ab. Gründe dafür sind laut Ralf Fischer, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Limburg, dass es sich für viele Firmen nicht mehr lohnt, Ferienkräfte für kurze Zeit einzuarbeiten. Die Arbeit in vielen Betrieben werde immer komplexer und die Einarbeitung dauere dadurch sehr lange. „Wenn eine Firma dann doch die Möglichkeit hat, Ferienjobs anzubieten, werden diese meist an die Kinder von Mitarbeitern vergeben. Das heißt aber nicht, dass man als Schüler die Flinte ins Korn werfen muss“, sagt Fischer.


Jetzt ist Eigeninitiative angesagt. Bei der Arbeitsagentur werden nur selten Ferienjobs gemeldet. Fischer empfiehlt: Die Jugendlichen sollen einfach Betriebe auf eigene Faust ansprechen. Gute Chancen haben die Schüler zum Beispiel in Eiscafés, Gaststätten, Supermärkten und Kiosken in Freibädern.

Nicht alle Tätigkeiten dürfen von Jugendlichen ausgeführt werden

Einen Haken gibt es aber noch. Wer jünger als 13 Jahre ist, darf überhaupt nicht arbeiten, auch nicht in den Ferien.

Ab dem 13. Lebensjahr dürfen die Jugendlichen höchstens zwei Stunden am Tag arbeiten – allerdings nur leichte Tätigkeiten. Ein Beispiel dafür ist das Austragen von Zeitungen oder Werbeblättern. Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren haben da schon mehr Auswahl. Wer noch voll schulpflichtig ist, darf in den Ferien pro Jahr vier Wochen arbeiten. Im Normalfall gilt hier jedoch die Fünf-Tage-Woche. Das heißt, an Samstagen und Sonntagen darf nicht gearbeitet werden. In bestimmten Betrieben, wie zum Beispiel Cafés oder Restaurants, gibt es Ausnahmen. Ein Jugendlicher darf nicht zwischen 20 und 6 Uhr beschäftigt werden, denn dann herrscht das Nachtarbeitsverbot. Doch auch hier gebe es Ausnahmen in Bäckereien, Gaststätten, in der Landwirtschaft und in Mehrschichtbetrieben, sagt Fischer. Die Jugendlichen dürfen aber nicht alle Tätigkeiten ausführen. „Verboten sind Akkordarbeit, schwere körperliche Tätigkeiten und gesundheitsgefährdende Arbeiten“, berichtet Fischer.


Bekommt ein Schüler Bafög, darf er nur bis zu 1200 Euro pro Jahr hinzuverdienen, ohne dass es Probleme gibt. Für alle anderen gibt es keine Grenze. Was ist mit Steuern oder Sozialabgaben? Wenn die Arbeitszeit auf höchstens zwei Monate oder 50 Tage im Jahr begrenzt ist, müssten grundsätzlich weder Steuern noch Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Die Lohnsteuer müsse zwar erst einmal vom Arbeitgeber einbehalten werden, sie könne aber zurückerstattet werden. Verletzt sich ein „Ferienjobber“ bei der Arbeit, ist er laut Fischer durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert.


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