"Spottet" auf allen Kanälen

FACEBOOK Facebook-Plattform zu Kirschenmarkt mit neuem Konzept

Feiern, Disco, gute Laune: Vor allem bei den Partys im Festzelt gehen bei den "Spotted: Kirschenmarkt"-Betreibern die Suchanfragen im Sekundentakt ein. Dieses Jahr hat das Betreiber-Trio ein neues multimediales Konzept. (Archivfoto: Röder)

Die Facebook-Kontatkplattform "Spotted: Kirschenmarkt" setzt in diesem Jahr auf ein neues Konzept. Unter anderem ist die Seite nicht mehr nur im sozialen Netzwerk zu finden, sondern auch bei Twitter. Eine eigene Homepage gibt's auch. (Screenshot: Röder)

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"Wir wollen alle Kanäle bedienen", sagt der Holzhäuser Marco, einer der Gründer der Plattform.

Was vor vier Jahren als kleine Facebook-Seite mit rund 130 Followern begann, hat sich zu einer großen Kontaktplattform entwickelt. Aktuell hat "Spotted: Kirschenmarkt" 2515 Likes. "Die Statistiken zeigen, dass mittlerweile schätzungsweise 20 000 Personen in Echtzeit erreicht werden", sagt Marco, der das Projekt mittlerweile mit seinen Kollegen Frank und Christian betreibt. Ihre Nachnamen möchten sie nicht nennen. Sie wollen nur im Hintergrund agieren, sagen sie. Die "Spots" sollen im Vordergrund stehen. "Die ,Spots' liegen aktuell bei 3670 Kurznachrichten während der fünf Kirschenmarkt-Tage", führt Marco aus. "Im vergangenen Jahr trafen die "Spots" während der Stoßzeiten an allen Tagen in der Zeit von 19 bis 2 Uhr ungefähr im Sekundentakt ein."

Für dieses Jahr erwarten sich die Betreiber vor allem während der Party am Kirschenmarkt-Mittwoch und am Samstagabend viele Suchanfragen. Auch die Fußball-Europameisterschaft wird die Kontaktbörse ankurbeln, ist sich Marco sicher. "Bei Übertragungen der WM 2014 hatten wir bis zu 40 Prozent Mehranfragen." 

Um den steigenden Nutzerzahlen gerecht zu werden, haben sich Marco, Frank und Christian für ihre diesjährige - wie sie es nennen - "Berichterstattung" über das Gladenbacher Volksfest einige Neuerungen einfallen lassen. "Statt nur über Facebook zu spotten, ist es künftig möglich, fünf zusätzliche Kontaktmöglichkeiten zu nutzen", sagt der Holzhäuser. "Spots" können ab sofort auch via dem Messenger WhatsApp, per Twitter, per E-Mail, per SMS-Kurznachricht oder per Anruf erfolgen.

"Vor allem WhatsApp ist ein großes Ding", sagt Marco. Geschätzt 90 Prozent der Jugendlichen nutzen den Smartphone-Messenger, meint er. 

Zudem gibt es eine eigene Website (www.kirschenmarkt-gladenbach.de), die über einen Facebook- und Twitter-Live-Ticker verfügt. "Alle Anfragen sind hier auf einen Blick sichtbar", freut sich Marco. "Wir wollen damit noch schneller und unmittelbarer reagieren." Was dennoch nicht wegfallen soll: die Prüfung der "Spots". "Wir schauen uns jede Anfrage genau an und schauen, ob sie diskriminierende, rassistische oder jugendgefährdende Inhalte enthält", erklärt Marco. Ist dem so, wird er nicht veröffentlicht. "Das sind aber wirklich Ausnahmen", beschreibt er seine Erfahrungen.

Der TV-Sender RTL 2 plant einen Reportagebeitrag über die Facebook-Seite

Ebenfalls neu: "Spotted Kirschenmarkt" möchte aktuell auch mit Flyern und Bannern auf der Website Werbekunden gewinnen. Laut dem Betreiber haben sich bereits einige regionale Firmen und Unternehmen gemeldet.

Mittlerweile ist auch der Fernsehsender RTL 2 auf das "Spotted"-Trio aufmerksam geworden. "Es ist ein Reportagebeitrag geplant", erläutert Marco. Es soll darum gehen, wie sich Jugendliche heutzutage vernetzen und kennenlernen.

"Während des Kirschenmarkts möchte uns ein Kamerateam des Senders begleiten." Dann werden Marco, Frank und Christian wieder alle Hände voll zu tun haben - im wahrsten Sinne des Wortes: Zusätzliche Smartphones zur Bewältigungen des "Spot"-Ansturms hat das Trio schon angeschafft.

 

So funktionieren "Spotted"-Seiten

"Spotted"-Seiten in sozialen Netzwerken wie Facebook erfreuen sich besonders bei einem jüngeren Publikum großer Beliebtheit. Das Prinzip ist simpel: Jemand schickt den "Spotted"-Betreibern eine Suchanfrage. Diese veröffentlichen sie nach Prüfung anonym. Beispielsweise: "Ich, 22, Sie, such den sympathischen Mann mit dem grünen Pullover und blonden Haaren, mit dem ich mich am Sonntag um 21.15 Uhr an der Theke unterhalten habe. Habe leider vergessen, nach deiner Nummer zu fragen. Bitte melde dich." Auf diesen "Spot" antworten andere Facebook-Nutzer, die den Gesuchten kennen, oder vielleicht sogar die gesuchte Person selbst. Die "Spotted"-Betreiber nehmen demnach eine vermittelnde Rolle ein.


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