Talk mit Peter Kloeppel

JOURNALISMUS Marienschülerinnen befragen den RTL-Nachrichtensprecher

Oberstufenleiter Dirk Fredl (l.) hat mit seinen Schülerinnen viel ferngesehen, um die Podiumsdiskussion mit RTL-Chef Peter Kloeppel (Mitte) vorzubereiten. Schulleiterin Henrike Maria Zilling (r.) bekennt sich indes zur Fernsehabstinenz. (Foto: Fluck)

Peter Kloeppels Gesicht kenne sogar, wer kein Fernsehgerät hat, wie die Marienschuldirektorin Henrike Maria Zilling freimütig einräumte, als sie den RTL-Chefmoderator begrüßte.

Bekannt und ausgezeichnet wurde der Nachrichtensprecher und Moderator für seine Berichterstattung zu den Terroranschlägen am 11. September 2001. "Wir wussten, eine solche Katastrophe würden wir nicht wieder haben", sagte er.

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Journalisten sind Beobachter, Kritiker und Wächter, nicht Kampagnenreiter

Der Rücktritt als Chefredakteur sei seiner Familie und mehr Freizeit für andere Dinge geschuldet. Wohl habe er auch gespürt, dass seine Tätigkeit als Manager die Oberhand gegenüber seinem geliebten Journalistenberuf gewonnen habe.

"Medien gehören zu unserem Leben. Es ist unsere Aufgabe, Politik verständlich und nachvollziehbar zu machen. Das sind zwei korrespondierende Gefäße, ein gutes Indiz unserer Demokratie, ernsthaft ihre Aufgabe wahrzunehmen", unterrichtete er seine Zuhörerrinnen. Die Medien sollten berichten und Vermittler sein, sich nicht vor einen Karren spannen lassen, ihre geliehene Macht bewusst ausüben.

"Übertreiben Journalisten?", wollte eine Fragestellerin wissen. Kloeppel sieht seine Kollegen als Beobachter, Kritiker und Wächter, nicht als Kampagnenreiter. Manche Journalisten hätten zwar einen Hang zur Übertreibung, es gelte aber, sich kritisch mit den Themen auseinanderzusetzen und den Zuschauern eine eigne Meinung zu ermöglichen.

Kloeppel sprach auch die sich wandelnde Medienlandschaft an. Zwar sei der Bedarf an Medien genauso groß wie vor 30 Jahren, die klassisch angestammten Zeitungen gingen allerdings zurück und damit auch die Vielfalt. Gleichzeitig nehme die Möglichkeit zu, sich online zu informieren. Der Grund, bei einem privaten Sender und nicht bei einem öffentlich-rechtlichen zu arbeiten, lag für Kloeppel in den journalistischen Freiheiten.

Fernsehen hat Zukunft. Daran lässt Kloeppel keine Zweifel. "Die Menschen wollen Verlässlichkeit und Beständigkeit. Genau das finden sie im Fernsehen und vor allem in den Nachrichtensendungen." Man werde auch zukünftig das Bedürfnis haben, einfach nur zu konsumieren, statt über die eigene Programmgestaltung am Tablet oder Smartphone zu agieren.

Auf kritische Nachfragen zu dem mitunter umstrittenen RTL-Nachmittagsprogramm erklärte der Journalist Kloeppel, das auch dies eine Farbe des Senders sei. Er sagte, dass die Mehrheit der Zuschauer über die Drehbücher hinter den Geschichten des Nachmittagsprogramms Bescheid wüssten.


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