Videospiele entern das Kino

Resident Evil (2002 bis heute):

Die Videospielserie „Resident Evil“ gehört mit zu den bekanntesten Vertretern des Survival-Horrors und erschien 1996 erstmals auf dem Videospielmarkt. Damals flimmerte der Shooter noch mit Hilfe von Sonys erster Playstation über die Fernsehbildschirme. Schnell boomte die Reihe, sodass bis heute neun Hauptspiele aufgelegt wurden und es 2002 zum ersten Kontakt mit dem Kino kam: Paul W. S. Andersons „Resident Evil“ hielt nicht nur gut verpackte Action bereit, sondern sollte das neue Standbein für „Das fünfte Element“-Darstellerin Milla Jovovich werden.

Bis heute gibt es fünf Realfilme, die auf der Spielereihe basieren, wobei mit „Resident Evil: Retribution“ 2012 der aktuellste Film erschien. Derzeit wird allerdings schon fleißig an einem sechsten Teil gearbeitet, bei dem Paul W. S. Anderson erneut die Regie übernehmen soll. Geplanter Kinostart ist das Jahr 2015. Doch wie so oft darf man sich von der Fortsetzung nicht mehr allzu viel erwarten, nachdem die Qualität des Franchises nach dem ersten Film stark stagnierte.

Silent Hill (2006 & 2011):

Wo der Name „Resident Evil“ fällt, da ist „Silent Hill“ meist nicht weit von entfernt. Das Videospielfranchise gehört ebenfalls dem Survival-Horror an und wird seit 1999 von Konami produziert. Damit klinkte man sich in die Welle von Survival-Horror-Spielen ein, die „Resident Evil“ nur wenig zuvor ausgelöst hatte. Die Reihe umfasst mittlerweile acht Hauptspiele und diverse Ableger, wobei zuletzt 2012 „Silent Hill: Downpour“ erschien.

Bereits 2006 erschien mit „Silent Hill“ die erste Verfilmung der Spieleklassiker, die, genau wie das Spiel, im geheimnisvollen Städtchen Silent Hill spielt. Dorthin begibt sich Rose Da Silva (Radha Mitchell, „Riddick – Planet der Finsternis“) zum Wohl ihrer Tochter, die immer wieder Albträume von der vergeisterten Stadt hat. Der durchaus solide Schocker, bei dem Christophe Gans Regie führte, erhielt erst kürzlich eine Fortsetzung, dieses Mal sogar mitsamt der dritten Dimension: „Silent Hill: Revelation 3D“ erschien Ende 2012 in den deutschen Kinos. Die Story dreht sich dieses Mal um Da Silvas Tochter Heather (Adelaide Clemens,  „Der große Gatsby“), die sich erneut in die Traumwelt ihrer Jugend begibt, um ihren verschollenen Vater zu suchen. Zwar trumpft das Sequel durch einige nette 3D-Effekte auf, doch erreicht es bei Weitem nicht die Qualität seines Vorgängers.

Prince of Persia (2010):

Die Computerspielreihe um „Prince of Persia“ existiert bereist seit Ende der 1980er-Jahre und zählt bis heute über ein Dutzend Weiterführungen. Wie der Titel schon verrät, ist die Handlung des Spiels in Persien angesiedelt und verfolgt einen tapferen Krieger, der mittels Schwert und Beweglichkeit eine gefangen genommene Prinzessin befreien möchte.

Klingt auf den ersten Blick ein wenig wie „Super Mario“ in der Wüste, ist es auch fast – mit dem Unterschied, dass alles ein wenig brutaler zugeht und der erste Teil in Echtzeit durchgespielt werden musste (ab Level drei konnte man allerdings doch speichern). Mit rund 150 Millionen Dollar Budget gab Disney Mike Newell („Harry Potter und der Feuerkelch“) 2008 die Chance, einen Film über die Spielreihe zu drehen, der nach einiger Verspätung 2010 in die Kinos gelangte.

Die Hauptrolle in „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ wird von Jake Gyllenhaal verkörpert, an dessen Seite Gemma Arterton die hübsche Prinzessin spielt, dihe Nizam (Ben Kingsley, „Iron Man 3“) in seinen Fängen hält. Der Film besticht durch aufwändige Effekte, ein anmutendes Setting und ein große Prise Spaß und Humor. Geplant ist, dass die erste Kinoadaption der Reihe den Grundstein für eine erfolgreiche Trilogie bildet, allerdings gibt es momentan keine Gerüchte zu einer geplanten Fortsetzung.

Die erwähnten Verfilmungen umfassen natürlich nur einen sehr kleinen Teil des Genres. So sollen Klassiker wie die beiden „Tomb Raider“-Adaptionen mit einer jungen Angelina Jolie in der Hauptrolle nicht vergessen werden. Darüber hinaus erfuhren auch Shooter-Klassiker wie „Max Payne“„Far Cry“ und „Hitman“ in den vergangenen Jahren Kinoadaptionen, über deren Qualität sich allerdings streiten lässt.

Mit Sicherheit interessant hingegen ist die Zukunft des Genres. So sind für die nächsten Jahre einige überaus spannende Projekte geplant: Erst jetzt wurde bekannt, dass eine Verfilmung des Survival-Erfolgs „The Last of Us“ in Planung sei. Außerdem wurde für 2015 eine Adaption der überaus erfolgreichen „Assassin’s Creed“-Reihe angekündigt, sogar ein Film zu „Angry Birds“ (2016) soll entstehen. Sicherlich interessant werden dürften auch geplante Verfilmungen zu „Splinter Cell“„World of Warcraft“ (2016)„Just Caused“, sowie der Spielereihe „Uncharted“. Eins steht jedenfalls fest: Genügend Potenzial bietet die Gamingbranche allemal!


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