Wenn das Gehalt überrascht

MESSE Auszubildende erzählen über ihren Berufsalltag

Wie werden Crêpes gemacht? Bei Koch-Azubi David Blanke lernen Schüler kochen. (Fotos: Schindler)

Lukas Zohner (v.l.), Nils Güll und Kai Körber zeigen, wie Elektroniker Steuerungen realisieren und programmieren.

Rechnen und Kundenberatung ist wichtig: Alexander Dietz stellt den Beruf Bankkaufmann vor.

Damit jede Frisur gelingt: Besnike Zeneli (li.) und Philipp Kindler (re.) zeigen wie viel Spaß das Friseurhandwerk macht.

Bild 1 von 4
Schüler erleben Berufe zum Anfassen

Alexander Dietz macht eine Ausbildung als Bankkaufmann. Zusammen mit seiner Berufsschulklasse hat er seit Januar ein Konzept für die Ausbildungsmesse erarbeitet. "Wir haben Rechnungen und Briefe als Muster genommen, um selbst welche zu erstellen." Entstanden ist ein Kundenbrief, in dem ein Mann schildert, dass er sein Konto überzieht. Die Azubis simulieren an ihrem Stand nun ein Kundengespräch. Ziel ist es, dass der Schüler dem fiktiven Kunden einen Kredit anbietet. In einer Liste zeigt Dietz, dass es verschiedenen Arten von Krediten gibt. "Es gibt den Autokredit, den Immobilienkredit oder den Privatkredit. In diesem Fall ist ein Dispositionskredit notwendig", sagte Dietz.

Das Berufsbild des Bankkaufmanns kam bei den Schülern gut an. Überrascht seien die Schüler von dem Gehalt gewesen. "Viele denken bei Banken gleich an viel Geld, aber wir werden wie Mitarbeiter im öffentlichen Dienst bezahlt", sagte Dietz.

Bei Nils Güll konnten sich die Schüler über den Beruf des Elektronikers informieren. Güll erklärte den Schülern, dass Elektroniker je nach Betrieb in verschiedenen Bereichen arbeiten. "Elektroniker warten Anlagen, reparieren Fließbänder oder schreiben Programme, um Arbeiten zu automatisieren", sagte Güll. Den Schülern wollte er auf der Messe zeigen, dass sein Beruf mehr als Handwerk ist. "Wir arbeiten mit Werkzeug und Kopf." Elektroniker sei auch ein Beruf mit Zukunft. In Hessen gibt es 36 Azubis im dritten Lehrjahr, aber über 60 offenen Stellen. "Das war eine super Info für die Schüler." Auch das Gehalt stimme und liege über den Summen, die die Schüler erwartet hatten.

Etwa zwei Wochen haben sich Güll und seine Klassenkameraden in der Berufsschule auf die Messe vorbereitet. In dem Mini-Praktikum konnten die Schüler bei den Elektronikern lernen, wie sie eine Steuerung realisieren und programmieren. "Wir haben dabei auf die Sicherheit geachtet und die einzelnen Bauteile nochmal extra abgeklebt, damit niemand einen Stromschlag bekommt", sagte Kröber.

Wie man Crêpes mit Champignon-Rahm-Soße macht, konnten die Schüler am Stand der Köche lernen. "Wir zeigen auch, wie Pilze und Zwiebeln geschnitten werden", sagte Azubi David Blanke.

"Viele fanden es nicht so toll, am Wochenende arbeiten zu müssen"

Vor allem nach Arbeitszeiten wurde er gefragt: "Viele fanden es nicht so toll, am Wochenende arbeiten zu müssen. Aber ich will den Schülern zeigen, dass der Beruf Spaß macht und das dann nicht so schlimm ist."

Am Stand der Friseure ging es bei Philipp Kindler und Besnike Zeneli um Flechten, Locken und Hochsteckfrisuren. "Ich will zeigen, dass die Friseurausbildung nicht einfach Pille-Palle ist", sagte Zeneli. Bei dem Gehalt seien viele Schüler abgeschreckt gewesen, sagte Kindler. Daher war es den beiden Azubis umso wichtiger, zu zeigen, dass Friseur ein toller Beruf mit viel Kreativität ist.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2015
Mehr zum Thema
Kommentare (0)
Mehr aus midde