Wettlauf gegen die Zeit

Aufgabe ist es, in 99 Stunden einen Film zu einem vorgegebenen Thema von exakt 99 Sekunden Länge zu drehen. Nora berichtet uns, wie es zur Teilnahme kam und wie groß die Herausforderung wirklich war.
„Ich habe mich mit Olivia bei diesem 99-Sekunden-Film beworben und den müssten wir bis Dienstag drehen. Du kannst uns ja helfen.“ Mit dieser SMS von Helena erfuhr ich von der Aktion und hatte gleich Lust mitzumachen. Helena wollte schon letztes Jahr teilnehmen, aber dafür muss man 18 Jahre alt sein. Dann eben dieses Jahr.

Der größte Gegner bei diesem Wettbewerb ist die Zeit. 99 Stunden vor Einsendeschluss bekam Helena eine E-Mail mit dem Thema zugeschickt: „Wir machen’s einfach!“. Gar nicht so leicht, zu diesem Thema eine passende Idee zu finden, die sich auch gut umsetzen lässt. Wir dachten zu diesem Zeitpunkt wirklich, dass das wohl die größte Schwierigkeit bei der ganzen Sache darstellt. Wir saßen einen halben Tag daran, um uns eine Geschichte auszudenken. Die erste Idee war, dass sich ein kleines Mädchen im Schwimmbad nicht traut, vom Drei-Meter-Brett zu springen. Dann kommt ein kleiner Junge, nimmt das Mädchen an die Hand und die beiden springen zusammen. Leider scheiterte es daran, dass wir für das Drehen im Schwimmbad eine Genehmigung und geeignete Schauspieler gebraucht hätten. 
Dann dachten wir in eine andere Richtung und überlegten, was wir schon immer mal machen wollten. Etwas total Verrücktes.

Die Grundidee stand nach ungefähr drei Stunden hin- und her überlegen fest: Wir ziehen uns weiße Overalls an, gehen raus in die weiße Winterlandschaft und bewerfen uns mit Farbbomben. Um aus dieser Idee einen Kurzfilm zu machen, schrieben wir stichpunktartig ein Drehbuch.
Am nächsten Tag, mussten wir Overalls, Luftballons und abwaschbare Farben besorgen. Zur Vorbereitung haben wir auf verschiedene Weisen versucht, die Luftballons mit Farbe zu füllen. Aber normale Luftballons waren zu dick und sind beim Aufprall nicht zerplatzt.

Nach einem Tag sind alle Szenen im Kasten und es geht ans Schneiden

Also haben wir es selbst gemacht und uns mit Farbe beworfen. 
Nach einem Tag waren alle Szenen im Kasten und wir dachten, das Meiste wäre geschafft. Aber da sollten wir uns mächtig getäuscht haben. Die richtige Arbeit beginnt erst mit dem Schneiden des Videomaterials und der Auswahl der Hintergrundmusik. Warum tut man sich so einen Stress an? Es gibt was zu gewinnen.

Die neun besten Teams werden nach Berlin zur Abschlussgala eingeladen. Außerdem gibt es Preisgelder in den Rubriken „Bester Film“, „Beste Idee“ und „Beste Kamera“ zu gewinnen. Die Entscheidung trifft eine Jury bestehend aus Theater- und Filmschauspielern. Sie müssen neun Videos aus mehr als 5000 Einsendungen auswählen. Nähere Infos gibt es auf 99fire-films.de.

Auf unserem midde-YouTube-Kanal findet ihr ein Video zum diesem Artikel.


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