Wissen für Angeber: Kurioses rund um den Oscar

Fact 1:

Entgegen des Glaubens der Allgemeinheit ist Oscar kein offizieller Name der goldenen Statue. Während die Trophäe in der Anfangsphase noch als Academy Award of Merit bezeichnet wurde, verkürzte sich der Name im Laufe der Jahre auf Academy Award. Bis heute ist unklar, wer der Ur-Vater des Spitznamens Oscar ist, der zwar seit 1979 markenrechtlich geschützt ist, allerdings nicht offiziell Verwendung findet. Angeblich entspringt der Name Oscar einer geheimen Abstimmung über eine Bezeichnung des Preises, von deren Ergebnis Walt Disney Wind bekommen hat, weshalb er sich bei seiner Auszeichnung für seinen „Oscar“ bedankte.

Fact 2:

Die rund 34 Zentimeter große Statue besitzt einen massiven Nickel-Kupfer-Silber-Körper und ist mit 24-karätigem Gold überzogen. So wiegt sie insgesamt knapp unter vier Kilogramm und kommt auf einen Materialwert von 300 Dollar.

Fact 3:

Bei der Verleihung 1938 gelang es einem Dieb, die 300 Dollar teure Statue der Nebendarstellerin Alice Brady zu klauen. Dabei bedurfte es nicht einmal einer ausgeklügelten Taktik: Brady, die sich den Fuß gebrochen hatte, konnte nicht an der Verleihung teilnehmen, sodass ein Betrüger den Preis auf der Bühne in ihrem Namen entgegennahm. Im Anschluss verschwand der dreiste Dieb und bleibt bis heute unerkannt. Später erhielt Brady eine Kopie ihres gestohlenen Preises.

Fact 4:

Seit Anfang der 1950er-Jahre ist es den Gewinnern und ihren nahestehenden Verwandten und Erben verboten, den Academy Award zu verkaufen. Sollten sie dies trotzdem versuchen wollen, müssen sie ihn der Academy vorher erst für einen Dollar anbieten, wodurch ein Verkauf unterbunden werden soll. Nichtsdestotrotz gab es bereits mehrere Versuche der Versteigerung, unter ihnen auch einen erfolgreichen: Die Erben Orson Welles' verkauften dessen Oscar für seine Darbietung in „Citizen Kane“ für sage und schreibe 861.000 Dollar an einen anonymen Bieter, nachdem die Academy einen Rechtstreit gegen die geplante Versteigerung verloren hatte.

Fact 5:

Der Gewinn eines Oscars ist nicht auf die eigene Lebenszeit begrenzt: 1977 wurde Peter Finch der erste Schauspieler, der für seine Darbietung – im Film „Network“ – eine posthume Nominierung und Auszeichnung des Awards erhielt. Selbiges Schicksal teilt Heath Ledger, der für seine exzellente Darbietung des Jokes in „The Dark Knight“ ebenfalls einen posthumen Oscar erhielt.

Fact 6:

Genau wie bei den meisten anderen bedeutenden Filmpreisen besitzt auch der Oscar eine sogenannte Big-Five-Sparte: Dazu zählen die Kategorien bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, sowie bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin. Bis heute haben nur drei Filme jede dieser Kategorien gewonnen: 1934 war es „Es geschah in einer Nacht“, gefolgt von „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991).

Fact 7:

Der allgemeine Glaube, ein Sequel erreicht niemals die Qualitäten seines Vorgängerfilms, bestätigt sich auch bei den Academy Awards. Von „Der Pate – Teil II“ einmal abgesehen, ist es noch keinem zweiten Teil einer Filmreihe gelungen, einen Oscar zu gewinnen. Die „Der Pate“-Trilogie hält dabei noch einen weiteren Rekord: Bisher haben nur zwei Schauspieler jeweils einen Oscar für das Porträtieren desselben Charakters gewonnen. Marlon Brando und Robert De Niro, die beide den Mafia-Boss Vito Corleone in den ersten beiden „Der Pate“-Teilen gespielt haben.

Fact 8:

Der Diebstahl einer Statue im Jahr 1938 sollte nicht der einzige bleiben: Im Jahr 2000 hat eine Gruppe Kleinkrimineller nur Tage vor ihrer Vergabe 55 Oscar-Statuen gestohlen, um sie später auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Doch das schlechte Gewissen siegte, weshalb einer der Komplizen 52 der Awards zurückgab. Drei Jahre später fand die Polizei von Miami eine der drei übrigen Statuen bei einer Drogenrazzia, während der Verbleib der beiden letzten Oscars bis heute ungeklärt bleibt.

Fact 9:

Wer wohl bis heute die meisten Oscars gewinnen konnte: Walt Disney! Der Ur-Vater der Zeichentrickfilme bringt es auf unglaubliche 32 Statuen, die er sein Eigen nennen durfte. Bei 59 Nominierungen ist dies eine durchaus respektable Ausbeute.

Fact 10:

Auch in diesem Jahr ist die Spannung im Vorfeld der Vergabe wieder riesig. Mit „Gravity“, „American Hustle“ und „12 Years A Slave“ gibt es gleich drei große Favoriten, die mit zehn (neun) Nominierungen in den Ring steigen. Doch im Jahr 1940 war die Verleihung der Academy Award nicht ganz so spannend, denn die L.A. Times gelangte im Vorfeld an die Gewinner-Liste und veröffentlichte sie in ihrer Ausgabe. Seitdem besitzen die Umschläge mit den Siegern ein Siegel, um eventuellen Missbrauch zu verhindern.


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