"Zu 100 Prozent ich"

HIP HOP Ahmad Zahreddin veröffentlicht sein Album "Keine neuen Helden"

Ahmad Zahreddin. (Foto: Röder)

"Ich bin nicht mehr Lil Knight", sagt der 26-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung in seinem eigenen Studio, das er sich in den vergangenen Jahren in Herborn aufgebaut hat. Vor Ahmad: ein riesiges Mischpult. Hinter einer Glasscheibe: die Aufnahmekabine. Hier sind die 14 Tracks von "Keine neuen Helden" entstanden. Alle in Eigenregie. Produziert wurden die Songs von seinem Kollegen Marvin Hartmann.

"Keine neuen Helden" stellt einen kompletten Neuanfang dar. 2010 war es, als Ahmad mit "Meine Stadt" seinen ersten großen Hit hatte. Die gerappte Herborn-Hymne hat Kultstatus. Bald folgte ein erstes Album. "Mir war in den vergangenen Jahren immer klar, dass ich weiter Musik machen will", sagt er. "Doch ich musste reflektieren, wo ich derzeit stehe und wo ich hin möchte." Das Ergebnis war ein radikaler Bruch. Früher habe er versucht, Songs zu schreiben, die allen gefallen, die sich stark an Trends der Deutschrap-Szene orientieren, die radiotauglich sind. "Das mache ich jetzt nicht mehr. Das bin nicht ich.", sagt Ahmad. "Ich bin erwachsen geworden. Das neue Album ist zu 100 Prozent ich."

Wie wichtig ihm der Neuanfang als LK ist, zeigt, eine Episode aus dem Jahr 2014. Gerade hatte Ahmad den Track und das Video zu "Kennst Du mich noch" veröffentlicht. Ein Vorgeschmack auf "Keine neuen Helden". "Das Album war im Werden", sagt Ahmad. 14 Songs standen schon. Dann folgten private Schicksalsschläge. "Ich habe mir acht Tage frei genommen und Urlaub in der Türkei gemacht", erzählt der Rapper. Noch aus dem Urlaub rief er Produzent Marvin Hartmann an. ",Lösch alles, was wir bisher aufgenommen haben‘, sagte ich ihm. Wir fangen neu an", erinnert sich Ahmad. "Es war einfach immer noch nicht die Richtung, in die ich wollte." Nur ein Song ist aus dieser Zeit geblieben: "Alles wird gut".

Die 14 Songs, die es auf "Keine neuen Helden" geschafft haben seien allesamt persönlicher und positiver, als alles, was er bis dato gemacht habe, sagt Ahmad. "Der Titel steht dafür, dass die Welt keine neuen Helden mehr braucht, da jeder für sich sein eigener Held sein kann", erklärt er die optimistische Botschaft seiner Musik.

Ahmad ist sichtlich stolz auf sein neues Album. "Während der Produktion ist viel schief gelaufen, doch ich habe immer wieder die Kurve gekriegt", sagt er. Entstanden seien so tiefsinnige Songs, die weitab des typischen Gangster-Rap-Klischees sind.

Einen Traum hat Ahmad Zahreddin noch: ein komplettes Live-Album mit seiner Band

"Obwohl die Tracks sehr persönlich sind, denke ich, dass jeder seinen ganz eigenen Zugang zu den Songs finden kann", sagt der Musiker. Aussage sei ihm wichtig. "Die Message ist noch wichtiger als der Reim", sagt Ahmad. "Früher wollte ich schnell Songs schreiben", erinnert er sich. "Heute geht es nicht mehr um das Musikmachen. Ich möchte krasse Musik machen, die eine Aussage hat."

Neben technischem Rap mit mehrsilbigen Reimen wartet das Album auch mit so mancher Überraschung und dem ein oder anderem Stilbruch auf. Auch Feature-Gäste und Gastmusiker hat Ahmad auf "Keine neuen Helden". So sind der Siegener Rapper B.E. der Micathlet, der Sänger Bastian Owl und Ahmads Bandkollegin Annika Keßler mit auf dem Album.

Wie es nach der Veröffentlichung von "Keine neuen Helden" mit LK weitergeht, ist noch nicht sicher. "Ich bin jetzt erst mal ausgepowert", sagt der Künstler. "In diesem Album steckt so viel drin."

Einen Traum hat Ahmad Zahreddin aber noch: "Ein komplettes Live-Album mit meiner Band - das wäre ziemlich geil", sagt LK.

 

Termin

Die Release-Party von "Keine neuen Helden" findet am 13. Juni in der Herborner Kulturscheune statt. Zusammen mit seiner Liveband wird Ahmad Zahreddin das komplette Album vorspielen. "Natürlich sind auch ein paar alte Songs mit dabei", sagt der Musiker augenzwinkernd. Karten gibt's im Vorverkauf für acht Euro im "Pick Up" in Herborn, im Restaurant "Phönix", im "Haus der Jugend" und über Ahmad Zahreddins Facebook-Seite. Sollten noch Restkarten übrig sein – insgesamt gibt es 250 Karten –, kosten sie an der Abendkasse 10 Euro. Los geht's um 19 Uhr.


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