Zum Finale geht's ins Gefängnis

MUSIK "Dynarchy" startet Deutschlandtour - und kommt auch nach Gießen

Nadjana Gaffron trumpft mit ihrer Stimme und begeistert mit Gesang.

"Dynarchy" ist eine Band aus Mainz, die jetzt auch in Gießen zu Gast ist. Daniel Schmidt ist mit mehreren Instrumenten am Start, (Fotos: privat)

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Ihre Tour ist eine ganz besondere. Große Städte wie Köln, München oder Berlin wurden bewusst hinten angestellt. Daniel Schmidt und Nadjana Gaffron bevorzugen besondere Locations und Städte, wie Gießen, Bremen und Magdeburg. Und gestartet wird dort, wo die beiden heute wohnen, in Mainz. "Das sind immer Orte, zu denen wir beide eine besonderen Beziehung haben", erklärt Daniel, der als Solokünstler bereits einige Jahre unter dem Namen Djitó unterwegs war.

"Dynarchy" spielt außergewöhnliche Musik in einer außergewöhnlichen Location

In Mainz haben sich die beiden hierfür ein Design-Café ausgesucht um dort in kleiner Runde unter Freunden den Auftakt zu geben. Und dann geht's auch schon nach Gießen. "Ich bin in Beilstein aufgewachsen und Gießen war die nächste Stadt mit einer richtigen Musikszene. Da kennt man immer noch einige Leute und genau die wollen wir bei unserem Konzert mal wiedersehen und zeigen, was aus uns geworden ist", sagt der Gitarrist.

Am 9. Juni steht "Dynarchy" hier in der Alten Kupferschmiede auf der Bühne. Anschließend geht's unter anderem weiter nach Bremen und Erfurt, der Abschluss findet in Magdeburg statt. Und das wirklich an einem außergewöhnlichen Ort: "Wir hatten das große Glück, einen Slot auf dem ,Sinnlichkeit-Festival’ zu ergattern, welches im alten Magdeburger Gefängnis stattfindet. Hier werden wir in den leer stehenden Zellen das Publikum in unseren Bann ziehen.", freuen sich die Bandmitglieder schon auf das Tourfinale.

Und ihre Musik ist wahrscheinlich genauso interessant und außergewöhnlich wie die Orte, an denen sie gespielt wird. "Schwer zu sagen, welches Genre wir bedienen, wir sind frei in dem, was wir tun", erklärt Nadjana, "offiziell bezeichnen wir unsere Musik als experimentellen Elektro-Pop, aber auch einen gewissen Indie-Einfluss können wir nicht leugnen."

Dazu kommt: Bei "Dynarchy" gibt es keinen klassischen Songaufbau, die Songs entwickeln sich wie eine Geschichte und sind an keine feste Struktur gebunden. Es ist schon die Ausnahme, wenn sich ein Teil im Laufe des Songs noch einmal wiederholt. Doch genau darin bestünde ja auch das Besondere. "Am besten einfach hören und selbst entscheiden, ob es gefällt", rät Nadjana.

Ihr erstes Album erscheint mit Tour-Start digital und auf CD und einzelne Songs und ein Musikvideo kann man jetzt schon im Internet hören und anschauen. Aber aufgepasst: "Auf dem Album befindet sich ein Hidden Track, der nur denen vorenthalten bleibt, die eine echte CD kaufen", darauf weisen die beiden Musiker hin. Das Album wurde übrigens in Hüttenberg, mit Hilfe von Janik Riegert, Part des Wetzlarer Songwriter-Duos "Quarterhead" final gemischt und gemastered. "Hier haben wir die alten Kontakte spielen lassen", erzählt Daniel.

Und gerade weil Daniel und Nadjana beide schon allein unterwegs waren und musikalisch einiges vorzuweisen haben, müssen sie gemeinsam auch nicht bei Null anfangen: "Wir nutzen beide unser Können und ergänzen uns gegenseitig ganz hervorragend. Deswegen haben wir auch gleich nach unserer Gründung im vergangenen Jahr angefangen, ein Album zu schreiben und auf eine Deutschlandtour hinzuarbeiten. Und das funktionierte super", da sind sich die jungen Bandmitglieder einig.

Konzerte der Musiker, die sich selbst auf einem Konzert kennen lernten und schnell merkten, dass sie gemeinsam durchstarten wollen, gab es bisher allerdings erst zwei. In der Mainzer Wanderlocation "PENG" und vergangenes Weihnachten im Schloss Romrod. "Wir haben jetzt über ein Jahr an unseren Songs geschrieben und jetzt wollen wir da weitermachen, wo wir als Solokünstler aufgehört haben und viele weitere Menschen begeistern", schildert Nadjana das weitere Vorgehen. Und nach der Tour, werden sie sich die ersten Gedanken für das nächste Album machen.


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