"ask me" hilft Jugendlichen

Facebook-Seite der Suchthilfe Wetzlar e.V. bietet Unterstützung für Teenager

Nicht nur bei Problemen mit Alkohol versucht "ask me" zu helfen. (Foto: D. Braun / Pixelio)

Tatjana Goblirsch.

(Foto: privat)

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Ein 17-Jähriger schreibt, dass ihn seine Kumpels damit hänseln, dass er lieber "Mädchenbier", also Mischbier, statt Pils trinke. Er weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Von solchen Kommentaren sollte man sich nicht beeinflussen lassen und seinen Geschmack verteidigen. Diese und andere Ratschläge erteilt die Suchthilfe Wetzlar e.V. Jetzt auch über Facebook.

"Den Kindern und Jugendlichen fällt es meist leichter, uns zu schreiben, als persönlich vorbeizukommen, oder anzurufen, um über ihre Probleme zu sprechen", erklärt die Bachelor Erziehungswissenschaftlerin.

Seit vier Jahren ist sie bereits im Bereich Prävention und Suchthilfe tätig. Hauptsächlich geht es bei der im Juni eröffneten Facebook-Seite "ask me" um Suchtprobleme. "Aber mit einer Sucht hängt viel zusammen. Zum Beispiel, wie mit Gefühlen umgegangen wird.Wichtiger ist also, herauszufinden, wie die Sucht entstanden ist. Gibt es Probleme, oder Ängste, die ein Suchtverhalten auslösen?"

Neben der Facebook-Seite gibt es von der Suchthilfe Wetzlar e.V. noch verschiedene Präventionsprogramme, die auf das Alter der Zielgruppe abgestimmt sind. Dabei geht es nicht darum, Suchtmittel wie Alkohol komplett zu verbieten, sondern über Folgen des Konsums aufzuklären. "Ein Verbot ist für die jungen Menschen meistens ein Anreiz, es erst recht auszuprobieren."

Sie gibt den Tipp, zwischen alkoholischen Getränken auch mal ein Glas Wasser zu trinken. Außerdem wird der Geschmack von Alkohol oft bei süßen Mischgetränken überdeckt. "Grundsätzlich gilt auch, dass Alkohol erst nach einer halben Stunde seine volle Wirkung zeigt", warnt die 25-jährige.

Bei den Sucht-Präventions-Programmen werden aber keine abschreckenden Bilder von Raucherlungen gezeigt. Ebenso wenig werden verschiedene Arten von Drogen aufgezählt. "Es ist ganz gut, wenn die Jugendlichen von manchen Substanzen noch nichts gehört haben. Das soll dann am besten auch so bleiben", sagt die Gießenerin.

Auch die Eltern sollten in die Gesprächen miteinbezogen werden

"Vielmehr wird den Teenagern ein risikoarmer Umgang mit Alkohol, Zigaretten, Shisha, Handy und Internet vermittelt." Wichtig dabei ist auch, die Eltern miteinzubeziehen. "Kinder sollten mit ihren Eltern besprechen, wie es früher war, und Regeln festlegen", rät Tatjana Goblirsch. Ab wann ein Suchtverhalten vorliegt, sei schwer einzuschätzen. Alkohol ist schon ungesund, wenn er täglich konsumiert wird - bei Frauen bedeutet das ein Glas Wein und bei Männern ein großes Bier.

Die Facebook-Seite "ask me" bietet für Kinder und Jugendliche in vielen Bereichen eine Anlaufstelle. "Wir wollen das Gefühl geben: Da ist jemand da, mit dem ich reden kann, und ich bin nicht alleine mit meinen Problemen", fasst Tatjana Goblirsch die Aufgaben zusammen.


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