midde hinter den Kulissen von DSDS

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Als wir um 19 Uhr am Presseschalter des Coloneum in Köln ankommen, sind wir die letzten Journalisten, die ihr Ticket für die Show und ein rotes Bändchen für das Handgelenk bekommen. Das Ticket brauchen wir, weil wir ganz reguläre Zuschauer der Show sind. Das Bändchen brauchen wir, damit wir Zutritt zu der Presselounge haben. 

Dort ist auch unsere nächste Station. Im ersten Stockwerk liegen die sechs Räume, in denen teilweise schon gearbeitet wird. Fotografen bearbeiten bereits Bilder - vermutlich von den Proben. Alle anderen Journalisten genießen die Ruhe vor dem Sturm mit einem kühlen Kölsch und einem vollen Teller vom Buffet. Es sind Radioreporter  und jede Menge Zeitungsredakteure anwesend. Kaum richtig angekommen, geht es auch schon ins Studio. Eine Mitarbeiterin von RTL bringt uns dorthin. Wir sind etwa 20 bis 25 Journalisten, die man später in der Show auch wunderbar ausmachen kann. Unsere zwei Reihen auf der Zuschauertribüne bleiben beharrlich sitzen während alle anderen stehen, und wir klatschen nur mühsam, während alle anderen feste mit den Füßen auf den Boden trampeln.

Fotos dürfen wir eigentlich keine machen, daran halten sich zunächst aber weder Journalisten noch Fans. Mit dem Handy wird fleißig geknipst. Wieso wir die Handys abschalten sollen, erschließt uns auch nicht. Wir wollen doch live twittern und facebooken. Und säßen wir Zuhause vor dem Fernseher, könnten wir das schließlich. Ich beschließe, es darauf anzulegen und mich erwischen zu lassen, wenn es sein muss und sende fleißig Tweets und Postings in die Welt. Erwischt werde ich dabei nicht.

Nach der Show gehen wir wieder in die Presselounge, wo wir auf die Kandidaten warten. Es dauert eine Weile, bis die ersten Sänger auftauchen. Sie sind jetzt natürlich sehr gefragt und geben innerhalb von einer Stunde nicht selten mehr als fünf Interviews. Wir warten auf Tim David Weller, der als einer der letzten Kandidaten auftaucht. Da wir schnell sind, sitzt er zuerst bei uns auf der Couch und wir können loslegen. Doch schon nach wenigen Minuten steht die RTL-Mitarbeiterin wieder neben uns und fragt, ob es noch lange dauert. Tim ist begehrt, jeder will wissen, wie er sich nach seinem sehr guten ersten Auftritt fühlt und was er sich vorgenommen hat. Noch drei Fragen, dann ist er weg.

Olivia Jones ist riesig und eine imposante Erscheinung

Und uns fällt ein, dass wir vergessen haben, ein Foto zu machen. Wir fragen höflich, ob das noch möglich ist und ernten die Gegenfrage, ob das denn sehr groß in der Zeitung erscheine. Natürlich nicht, es ist ja nur ein Schnappschuss. RTL legt viel Wert darauf, dass wir qualitativ hochwertige Bilder für die Zeitung benutzen, damit Sender, Produktionsfirma und sonstige Beteiligten gut dastehen. Wir dürfen das Foto schließlich machen. Vor einer Säule, auf der das Logo der Sendung zu sehen ist, platzieren wir uns und Tim fragt vorsichtig bei der RTL-Dame nach, ob das Logo denn auf dem Bild sein dürfe. Ja, darf es. 

Währenddessen ist auch Olivia Jones eingetroffen. Sie ist wahnsinnig groß und als Uli und ich sie näher betrachten wollen, bekommen wir fast eine Genickstarre. Eine imposante Person, die weiß, was sie will. 

Danach geht der Abend für uns zu Ende und wir fahren in die Stadt zurück. Dennoch beschleicht uns das Gefühl, dass die Grenzen, innerhalb derer die Kandidaten während ihrer Zeit bei DSDS leben, sehr eng gesteckt sind. Bestimmte Sachen dürfen sie nicht sagen, bestimmte Fotos dürfen nicht von ihnen gemacht werden. Die Songs, die sie singen, dürfen sie nur begrenzt auswählen. Und die Kleidung, die sie tragen, wird für sie ausgesucht. Vor der Show dürfen sie in Interviews auch nicht verraten, was sie tragen werden. Das Mitspracherecht ist offenbar begrenzt. Spaß haben die jetzt noch neun Sänger aber dennoch. Für sie ist es das Abenteuer ihres Lebens. 

Und Uli und ich würden natürlich gerne wiederkommen. Wenn Tim im Finale steht und um den Sieg singt.


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