Grundschüler erkunden die Lebens- und Arbeitsweise unserer Vorfahren

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Erhard Herrmann erklärte eindrucksvoll die landwirtschaftlichen Geräte für die Feldarbeit und wie Diese mit Kühen oder Pferden verrichtet wurde. Die Gegenüberstellung wie schnell und einfach heutzutage die Pommes aus der Tüte geholt werden im Vergleich zum mühsamen Kartoffelanbau anno dazumal, wo die ganze Familie mithelfen musste, verwunderte die Schüler. Als vom traditionellen Kartoffelfeuer nach der Ernte erzählt wurde, würde gerne so manches Kind Dies auch einmal erleben. Es kam sogar der Vorschlag, dass man doch einmal mit einigen alten Gerätschaften etwas "Richtiges" arbeiten könne, wie z.B. Honig schleudern oder buttern, da diese Dinge doch bestimmt auch heute noch funktionieren würden. Sicher eine gute Idee, wobei die Kinder mit allen Sinnen die Erzeugung von Lebensmitteln erfahren könnten.

Große Begeisterung rief auch das alte Harmonium aus dem Übernthaler Kirchsaal hervor, auf dem die Kinder spielen durften. Im Bereich Hauswirtschaft wurden die ausgestellten Küchenutensilien ausgiebig und interessiert begutachtet. Immer wieder wurden Vergleiche zur heutigen Lebens- und Arbeitsweise angestellt.

Im handwerklichen Bereich hatte Erwin Ruschil das Feuer in der alten Schmiede entfacht und demonstrierte, wie Eisen in die gewünschte Form gebracht wird. Auch das durften die Kinder selbst einmal versuchen um dann fest zu stellen, wie anstrengend diese Arbeit doch ist. Danach wurde die Schnitzbank ausprobiert, welche früher auf jedem Bauernhof zu finden war um Reparaturen an Gebrauchsgegenständen auszuführen oder Stiele für Werkzeuge etc. herzustellen.

Ungläubig schauten die Schüler, als Erwin Ruschil aus dem alten Schul-Strafbuch vorlas. Wurde damals ein Schulkind bei kleinen Vergehen oder Streichen, auch außerhalb der Schule erwischt, konnte es sich schon auf Bestrafung gefasst machen. Meist waren Hiebe aufs Hinterteil angesagt, und so manch gewitzter Schüler soll wohl schon vorsorglich 3 Unterhosen übereinander gezogen oder die Hose mit einem Pappdeckel oder ähnlichem ausgepolstert haben. Aber auch Schläge auf die Finger und Strafarbeiten wurden vom Lehrer oft verteilt.

Bei spannenden Geschichten und anschaulichen Demonstrationen verging die Zeit im Museum wie im Fluge. Bevor die Gäste sich verabschiedeten wurden auf einer alten Schulbank, die mit Schiefertafel, Griffeln und alten Schulbüchern dekoriert war, noch Saft und Knabbereien serviert.

Das Heimatmuseum in Siegbach-Übernthal präsentiert gelegentlich Sonderausstellungen und wird außerdem gerne von Gruppen als bereichernder Programmpunkt z.B. bei Familien-, Freundes- und Vereinstreffen, oder im Rahmen einer Wanderung besucht. Um Voranmeldung bei Erwin Ruschil, Tel. 02778 - 2961, oder Annemarie Seitz 02778-2223 wird gebeten. Infos auch unter www.heimatverein-uebernthal.de


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