"Lore-Ley" wird zum Stimmen-Fest

Beim Volkslieder-Abend war für 300 Zuhörer Mitsingen angesagt
Der Figuralchor zeigte sich unter der Leitung von Karl-Peter Chilla stimmlich gut aufgestellt. (Fotos: Blecher)

In ungekünstelter und oft sehr eindringlicher Weise bringt das Volkslied Empfindungen zum Ausdruck. Wie man kunstvoll damit umgeht und dabei auch noch ganz viel Spaß hat, demonstrierten gut 100 Sängerinnen und Sänger unter der Gesamtleitung von Kantor Karl-Peter Chilla, der im Zimmermanns-Dress antrat, in der Stadthalle. Den Anfang machten die Kinderkantoreien und die von Sigrid Münz geleitete Musikalische Früherziehung mit Liedern, die nicht nur den kleinen Stimmen viel Raum zur Entfaltung boten, sondern auch die unterschiedlichen Emotionen und Stimmungen ("Wenn ich fröhlich bin") behänd Ausdruck verliehen.

Die Kinderkantoreien ließen mit bereits gutem Gespür für Rhythmik die Kirchturmuhr drei schlagen, synchron Luftballons zerplatzen und sich vom Lenz zum Maientanze einladen. Und erstmals waren auch die Zuschauer gefragt, die sich mit kraftvollem Vokalklang in "Nun will der Lenz uns grüßen" einklinkten. Am Piano begleitet von Nico Benner, wartete schließlich der Figuralchor mit ausgefeiltem Harmoniegesang. Sanft säuselten sie "Abend wird es wieder" und verliehen dem einzigen englischsprachigen Klassiker des Abends, "You’ve got a friend", ordentlichen Pep.

Die Loreley war leibhaftig dabei

Nachdem sich Publikum und Figuralchor gemeinsam aufmachten, mit dem Herzen Freude zu suchen ("Geh aus mein Herz und suche Freud"), marschierte die Johanniskantorei zu "Gut’n Abend, euch allen hier beisam" auf die Bühne. Folkloristisch gekleidet und Volkslieder auf den Lippen, zeigten sie, was man mit der menschlichen Stimme musikalisch so alles anstellen kann.

Mit der "Lore-Ley" in der klassischen und einer modernisierten Fassung – inklusive einer leibhaftigen Loreley – eröffnete die Johanniskantorei ihren Volksmusikreigen unter anderem mit "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach", "Zu Regensburg auf der Kirchturmspitz" und Franz Schuberts "Die launige Forelle", die sie mit bekannten Musik-Themen von Mozart, Beethoven, Weber und Wagner spickten.

Dazwischen gab das Quartett, bestehend aus Ulrike Wagner, Nadine Held, Andreas Richter und Karl-Heinz Walter, der auch für die Moderation zuständig war, "Am Brunnen vor dem Tore, "In einem kühlen Grunde" und "Sah ein Knab ein Röslein stehn" zum Besten.

Es war wie schon im vergangenen Jahr ein gelungener Volksmusikabend, ein großes Fest der Stimmen, das mit dem gemeinsam gesungenen "Der Mond ist aufgegangen" ausklang.


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