Obstbaumschnitt "Zwei mit einer Klappe"

Amt für Bodenmanagement fördert Obstbaumschnitt - Positive Wirkung auf Artenschutz

Veredlung eines Obstgehölzes

Lehrgangsteilnehmer

Rüdiger Henrich Mitarbeiter der Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens Haiger-Obere Dill mit Arbeitsgeräten

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25 Bürgerinnen und Bürger trafen sich am Samstagvormittag auf der Streuobstwiese des Vogelschutzvereins Fellerdilln e.V.. Ernst Wilhelm Neef, erster Vorsitzender des Vogelschutzvereins begrüßte die Anwesenden zum Obstbaumschnitt- und Veredlungslehrgang. Er sagte, der Verein habe die Wiese für den Vogelschutz im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens erwerben können. Auch das kostenfreie Lehrgangsangebot sei durch das laufende Flurbereinigungsverfahren ermöglicht worden, so Horst Pulverich, Mitglied des TG-Vorstandes.

Rüdiger Henrich, Mitarbeiter der TG, zeigte verschiedene Schnittmethoden an alten und an jungen Bäumen und stellte geeignete Schnittwerkzeuge vor. Auf großes Interesse stieß die Demonstration der Obstbaumveredlung. Henrich führte die Anwesenden fachkundig in die Winterhandveredelung (Kopulation) von Obstgehölzen ein. Er erläuterte, dass regelmäßiger Schnitt nicht nur den Ertrag steigert, sondern auch die Lebensdauer von Obstgehölzen erheblich verlängert.

"Ziel ist es, den Teilnehmern Kenntnisse zu vermitteln, aber auch Beratung zur Pflege ihrer eigenen Obstbäume. Wir fördern damit die Entwicklung und Sicherung der Streuobstwiesen im oberen Dilltal", sagte Hannes-Hagen Lange, Landschaftsplaner vom Amt für Bodenmanagement Marburg. "Viele Insektenarten, seltene Vogelarten wie beispielsweise Steinkauz und Wendehals leben in den Höhlen alter Obstbäume. Für den Erhalt dieses wertvollen Lebensraumes ist die Pflege der Obstgehölze besonders wichtig."

Der Lehrgang war Bestandteil einer Maßnahme zur Verjüngung und Sanierung einer vorhandenen Streuobstwiese im Flurbereinigungsverfahren Haiger-Obere Dill. Neben zahlreichen weiteren Maßnahmen zur Neugestaltung des Flurbereinigungsgebiets ist auch der Obstbaumschnittlehrgang in dem vom Amt für Bodenmanagement Marburg in Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft aufgestellten Wege- und Gewässerplan mit landschaftspflegerischem Begleitplan festgelegt.

Diese Maßnahme wird mit Mitteln des Landes Hessens, des Bundes, der EU sowie der Stadt Haiger finanziert und im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens umgesetzt.

Das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren Haiger-Obere Dill wurde auf Antrag der Stadt Haiger zur Umsetzung von landschaftsökologischen und wasserbautechnischen Maßnahmen sowie der naturnahen Entwicklung der Dill angeordnet. Dabei sollen insbesondere Landnutzungskonflikte aufgelöst, die Gewässer einschließlich der Uferbereiche durch Ausweisung von Schutzstreifen langfristig gesichert und bereits genehmigte landschaftsökologische und wasserbautechnische Maßnahme umgesetzt werden.

Zur Erreichung dieser Ziele wurde das ca. 256 ha große Flurbereinigungsgebiet, welches sich vor allem über die Gemarkungen Fellerdilln und Offdilln erstreckt, entsprechend des genehmigten Wege- und Gewässerplans (einschl. der 1. und 2. Änderung) neu gestaltet und der im Flurbereinigungsgebiet gelegene Grundbesitz neu geordnet. Das Amt für Bodenmanagement Marburg fasst derzeit die Ergebnisse des Flurbereinigungsverfahrens - und damit auch den alten und neuen Grundstücksbestand eines jeden Beteiligten - im Flurbereinigungsplan zusammen.


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