Obstbaumschnittkurs beim Eisemrother Obst- und Gartenbauverein

Der Eisemrother Obst- und Gartenbauverein hat zum Obstbaumschnittkurs geladen. (Foto: privat)

Theoretisch kann man jeden Obstbaum ungeschnitten vor sich hinwachsen lassen, die Natur bahnt sich dann ihren Weg. Wer aber seinen Baum lange jung und gesund zu erhalten und viel Ertrag ernten möchte, tut gut daran, ihr regelmäßig zu schneiden. Doch wo setzt man die Baumschere richtig an?

Zunächst sollte man sich den Obstbaum anschauen und abgebrochene Zweige, kranke Triebe, hängende Äste entfernen. Ebenso Äste, die stark nach innen wachsen, sich kreuzen oder aneinander reiben. Beim Schnitt selbst ist darauf achten, dass keine Stummel oder Zwiesel stehen bleiben. Immer möglichst glatt am Stamm entlang schneiden, denn aus den Stummeln wachsen wieder neue einjährige Triebe.

Der richtige Zeitpunkt hierfür ist die Vegetationszeit von März bis Oktober damit die Bäume den Schnitt gut verarbeiten können.

Der Apfelbaum hat die Eigenschaft, Frucht erst am zweijährigen Holz zu tragen. Potentiell fruchttragende Zweige erkennt man daran, dass sie dicke, etwas abstehende Fruchtknospen aufweisen. Einjährige Triebe haben diese Knospen noch nicht, sie haben schmale, eng am Holz anliegende sogenannte Holzknospen. Wer nun den grundlegenden Fehler begeht und diese Triebe aus optischen oder ästhetischen Gründen einkürzt, wird folgendes erleben: Der einjährige Trieb setzt im zweiten Jahr keine Fruchtknospen an, sondern entwickelt unterhalb des Kürzungsschnittes aus den Holzknospen neue einjährige Triebe.

Nach einer kurzen theoretischen Einleitung durch den Seminarleiter konnten die Teilnehmer selbst die Schere zur Hand nehmen und das Erlernte unter Aufsicht des Baumwartes sofort vor Ort in der Obstversuchsanlage des Vereins umsetzen. Dieser Praxistest ist gut angekommen.

Dass der zum Baumfachwart Obst- und Garten ausgebildete Dieter Karle sein Handwerk versteht, konnten die interessierten Hobbyobstbauern in der Obstanlage sehen und hören.

Am kommenden Samstag (25. April 2015) findet im Grundstück des Baumwartes in Siegbach-Eisemroth „Auf Wolfsbusch“ ab 14 Uhr ein Veredlungslehrgang statt. Hier wird das Geißfußpfropfen, Kopulieren und Okulieren gezeigt und die Möglichkeit zum Ausprobieren gegeben.

Die Teilnehmer erhalten eine Bestätigung über die Seminarteilnahme und werden künftig über weitere Schulungsmaßnahmen zu diesem Thema vom Eisemrotherr Obst- und Gartenbauverein eingeladen. Kontakt zum Baumwart: Dieter Karle 0157-72981254

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