Projektmesse der Teilzeit-Berufsschule an den Gewerblichen Schulen

Eine Jury um den früheren Hailo Chef Joachim Loh ermittelt den Gewinner des Rudolf-Loh-Preises

(Foto: Gewerbliche Schulen Dillenburg)

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Ziel eines Projektes ist es, von der Produktentwicklung, über die Arbeitsplanung und die Konstruktion, die Kostenkalkulation bis hin zur professionellen Präsentation und Dokumentation der Ergebnisse alle notwendigen Arbeitsschritte und Tätigkeiten strukturiert und effizient durchzuführen. Dieser projektorientierte Unterrichtsansatz hat an den Gewerblichen Schulen Dillenburg Tradition und wird in allen Schulformen durchgeführt. Zum Ende der Ausbildung stand nun die große Abschlusspräsentation der Projektteams der Berufsschule in den Fachrichtungen Metall, Elektro und Mechatronik an.

Ein besonderes Highlight der Projektpräsentation stellt in diesem Jahr die Vergabe des Rudolf-Loh-Preises dar. Dieser, zum 100. Geburtstag des Gründers der Firmen Hailo und Rittal ins Leben gerufene Preis, soll das Engagement junger Menschen belohnen, die sich mit technischen Problemstellungen auseinandersetzen.

Schulleiter Paul Alhäuser begrüßte in der bestens gefüllten Aula zahlreiche Messebesucher, zu denen neben der Jury mit Herrn Joachim Loh an der Spitze, auch viele Vertreter der ausbildenden heimischen Firmen zählten.

Der für die Berufsschule zuständige Abteilungsleiter Burkhard Schneider lobte das Engagement der zukünftigen Facharbeiter und der betreuenden Lehrkräfte während der Projektarbeit und verwies auf die besondere Leistungsfähigkeit der Berufsschule und der jungen Menschen die im dualen Ausbildungssystem ausgebildet werden.

Kreativität zeigen u.a. die Technischen Produktdesigner, die im ersten Ausbildungsjahr ein Waffeleisen mit dem GSD-Schullogo entwarfen und Einsätze für ein Waffeleisen fertigten. Elektroniker für Betriebstechnik befassten sich mit der beleuchtungstechnischen Umrüstung eines Seniorenheimes und ein Team aus Industriemechanikern konstruierte und fertigte eine Bohrvorrichtung. Die Klasse der Fertigungsmechaniker setzte im Rahmen Ihres Projektes Integration ganz praktisch um, indem sie mit der Lebenshilfe-Flammersbach kooperierten und mit ihren aufgebauten Lernstationen zum Thema Fügetechniken die Menschen mit Behinderung zur selbständigen Ausführung dieser Tätigkeiten anleiteten. Die CAD/CAM-Bearbeitung eines Universalanschlages für Fräsmaschinen war Thema der Zerspanungsmechaniker.

Dass viele Projekte zum Schluss, auch Dank der guten Ausstattung der Schule, realisiert werden konnten, basiert auf dem Vorteil der engen Zusammenarbeit und Unterstützung der ausbildenden Betriebe und den Gewerblichen Schulen.

Die Gruppe der Werkzeugmechaniker war gleich mit vier Projekten vertreten. Entwickelt und gefertigt wurden Stanz- und Spritzgießwerkzeuge zur Herstellung von Flaschenöffnern, Stiftehaltern, Schlüsselanhängern sowie ein Folgeverbundwerkzeug für einen Lagerwinkel. Prototypen der Kunststoff- und Blechteile wurden auf dem schuleigenen 3D-Drucker ausgedruckt. Nach dem Bau der Werkzeuge kamen diese u.a. auf der Spritzgießmaschine zum Einsatz und während der Projektmesse konnten die gerade gefertigten Teile, den Messebesuchern als Give-away ausgehändigt werden. Einen wahren Zuschauermagnet stellte das Projekt, welches sich mit der Konstruktion und dem Bau eines Demo-Schweißtisches beschäftigt, dar. Die Gruppe der Konstruktionsmechaniker und Metallbauer widmete sich dieser anspruchsvollen Aufgabenstellung und das Ergebnis ist ein voll funktionsfähiger Vorführtisch, um Schweißprozesse für Schülerinnen und Schüler sichtbar zu machen, ohne sie mit optischer Strahlung zu gefährden.

Aufgrund der vielen, anspruchsvollen Schülerprojekte hatte die Kommission, unter dem Vorsitz von Herrn Joachim Loh, die schwierige Aufgabe ein Gewinnerteam zu ermitteln. Dieses wird im Rahmen der feierlichen Übergabe der Abschlusszeugnisse der Berufsschule am 29.1.2016 geehrt und mit einem Preisgeld und der Verleihung des Rudolf Loh Preises gewürdigt. 


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