Schule steht im Zeichen der Physik

Dr. Rolf Simmer informierte an der Wilhelm-von-Oranien-Schule über das Thema Strahlenschutz.

Dr. Simmer, der an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig tätig ist, war der Einladung von Renate Edelmann, der Fachbereichsleiterin für Mathematik und Naturwissenschaften an der W-v-O, gefolgt, um die Schülerinnen und Schüler über die Ursachen zu informieren, durch die Menschen in ihrer Umwelt Strahlung ausgesetzt sind und wie man sich davor schützen kann.

Zunächst erläuterte er die Aufgabe seiner Arbeitsstelle, der PTB. Diese stellt den Eichämtern die Maße für ihre Messgeräte, Messverfahren und die Grenzwerte für den Strahlenschutz zur Verfügung. Auch die Zeit wird von der PTB über die Atomuhr in Braunschweig festgelegt. Ein in Frankfurt stehender Sendemast steuert alle Funkuhren in Deutschland.

Mit seinen Ausführungen über Radioaktivität, ionisierende Strahlung (Strahlung, die aus Atomen und Molekülen Elektronen entfernen kann) und deren Wirkung auf den Menschen zog Dr. Simmer die Zuhörer in seinen Bann.

Diese erfuhren, dass pro Kilogramm Körpergewicht durchschnittlich zirka 130 Zerfälle pro Sekunde (Einheit:Becquerel) in jedem von uns stattfinden und dass die mittlere Strahlenexposition eines Menschen in der BRD 4 Millisievert* (mSv) pro Jahr beträgt. An diesem Wert orientierte Dr. Simmer die Werte für Computertomographie (20mSv), die Jahresgrenzwerte für beruflich strahlenexponierte Personen (20mSv), die Schwellenwerte für akute Strahlenschäden (250mSv) sowie lebensbedrohliche (3000mSv) und tödliche (7000mSv) Dosen. In seinen Ausführungen ging der Wissenschaftler auf akute Schäden wie Hautrötung, Übelkeit, Tod und auf Spätschäden wie Krebs, Leukämie und Erbgutschädigungen ein. Dabei gelang ihm eine Risikoabwägung zwischen der Strahlenbelastung, den Gefahren im Straßenverkehr, beim Fliegen und beim Rauchen, die den meisten Zuhörern zuvor unbekannt gewesen war.

In einer von der PTB zur Verfügung gestellten Nebelkammer konnten die Schülerinnen und Schüler am Ende der Veranstaltung die überall um uns vorhandene ionisierende Strahlung, die in einem künstlich erzeugten Nebel Kondensstreifen hinterlässt, beobachten.

Dr. Simmer gelang es mit seinen Ausführungen, die Interessen der Schülerinnen und Schüler so anzusprechen, dass diese hochkonzentriert zwei Schulstunden lang physikalischen Inhalten zuhörten und darüber nachdachten.

Am Ende des Vortrages beantwortete Dr. Simmer noch viele Fragen zum Aufbau der Nebelkammer und zu den darin sichtbaren Spuren der Strahlung.

*Die Schutzgröße Sievert (Sv) beschreibt die biologische Wirksamkeit, also die Gefährlichkeit einer Strahlenwirkung.


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