„Männer und Frauen sollten das Gleiche verdienen“

Ute Ballatz. (Foto: Gerdau)
Stefanie Pracht. (Foto: Gerdau)
Heike Georg. (Foto: Gerdau)
Isabel Hecht. (Foto: Gerdau)
Thomas Lutz. (Foto: Gerdau)
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Allerdings mussten wir dabei feststellen, dass die wenigsten der Befragten schon etwas von diesem Gesetz gehört haben ...

Gemäß Lohntransparenzgesetzt haben Beschäftigte jetzt das Recht, zu erfahren, wie Kollegen des jeweils anderen Geschlechts, die ähnliche Tätigkeiten verrichten, bezahlt werden.

Jedoch: Niemand erfährt durch das neue Gesetz, was ein bestimmter Kollege verdient. Stattdessen muss der Arbeitgeber das mittlere Gehalt einer geeigneten Vergleichsgruppe angeben.

Uta Ballatz (58) aus Sinn: „Dieses Gesetz hilft niemanden. Im Gegenteil, es bringt nur Unruhe in die Unternehmen. Man kann einfach nicht alle gleichschalten. Dies von außerhalb zu reglementieren ist per se unnötig. Grundsätzlich ist es jedoch in Ordnung, dass Frauen und Männer bei gleichwertiger Tätigkeit auch das Gleiche verdienen.“

Stefanie Pracht (53) aus Herborn: „Was? Lohntransparenzgesetz? Gibt es das auch beim Bäcker? Spaß beiseite: Ich als Freischaffende habe damit wohl nichts zu tun.“

Heike Georg (47) aus Herborn: „Das Gesetz ist okay und in vielen anderen europäischen Ländern schon geraume Zeit in Kraft. Warum soll es nicht so sein wie bei mir? Mein Beamtengehalt ist für Interessierte jederzeit per Google nachvollziehbar. Es ist jedoch keine Frage, dass Frauen und Männer auch in der freien Wirtschaft unbedingt das Gleiche verdienen sollten.“

Isabel Hecht aus Herborn: „Grundsätzlich finde ich diese gesetzliche Regelung als Wegbereiter zur Einkommensgleichheit von Frauen und Männer richtig. Die Entscheidungsfreiheit und Rechte der Arbeitgeber jedoch derart einzuschränken, halte ich nicht unbedingt für den Königsweg.“

Thomas Lutz (40) aus Herborn: „Dieses Gesetz trägt möglicherweise zur Beseitigung der ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern bei. Daher lehne ich es auch nicht ab, obwohl ich mich des Gefühls nicht erwehren kann, dass es ein Alibi-Gesetz ist. Es mangelt durch viele Umgehungsmöglichkeiten an der notwendigen Konsequenz, und dies ist wohl der Rücksicht auf die Unternehmer geschuldet.“ (sig)


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