4300 Tonnen Beton und Stahl fallen

Aufhebung der A-45-Sperrung voraussichtlich Sonntagnachmittag

Das Bild zeigt eine der beiden Brücken im Moment der Sprengung (oben) und danach. (Foto: Fritsch)

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Harald Mank von der Straßenbaubehörde Hessen-Mobil bewertete den Verlauf der Sprengungen mit "sehr gut". Die Sprengladungen in den Widerlagern und den Pfeilern der Brücken seien planmäßig explodiert, berichtete Mank. Der zuständige Dezernatsleiter bei Hessen-Mobil war auch mit dem Ablauf und dem Tempo der folgenden Aufräumarbeiten voll und ganz zufrieden.

Nach dem Knall kommt das "Baggerballet"

Unser Video ist im April - zur Sprengung der Brücken - entstanden.

Wo bis Freitagabend Brücken über die Autobahn waren, blieb am Samstagmorgen nur noch Schutt auf der Fahrbahn zu sehen. Insgesamt 22 Bagger hat eine Spezialfirma aus Aschaffenburg an die hessische Landsgrenze zu Nordrhein-Westfalen gekarrt. Mit Meißeln und Pulverisierern zerkleinern sie die Betonbrocken und trennen den Stahl. Auf einer Breite von 35 Metern haben sie Platz für das beeindruckende "Baggerballett" auf der A45 auf der Kalteiche.

40 Mitarbeiter des Abbruchspezialisten sind seit der Sprengung rund um die Uhr dabei, die Brocken wegzuräumen. Bis Sonntag um 14 Uhr soll in Fahrtrichtung Dortmund alles weg und gereinigt sein, damit der Verkehr wieder über die Sauerlandlinie fahren kann.

Mank war am Samstag zuversichtlich, den Termin einhalten zu können: "So wie es aussieht, schaffen wir das locker." Am Samstagmittag war bereits an der Stelle, an der das nördliche der beiden Bauwerke stand, fast nur noch das Fallbett auf der Fahrbahn zu sehen, die Betonreste der Brücke waren nahezu komplett zertrümmert und abtransportiert.

2300 Tonnen war die etwa 120 Meter lange Brücke aus Fahrtrichtung Dillenburg schwer, die kleinere Brücke wog immerhin noch satte 2000 Tonnen. Der Beton wird vor Ort wieder aufbereitet und wahrscheinlich unter anderem als Frostschutz für den Straßenbau verwendet. Die neuen Brücken werden schon in einem Werk gebaut.

Auf jeden Fall soll Anfang 2019 der Verkehr auf 
der Bundesstraße 54 wieder fließen

Das Bauwerk, das ohne Mittelpfeiler über die Autobahn führen soll, soll dann in die Lücke eingefügt werden, ebenso die 96 Meter lange "kleine Schwester" in südlicher Richtung. Nach den Sprengungen und dem Aufräumen sollen als Nächstes die neuen Widerlager errichtet werden, auf denen die neuen Überquerungen aufliegen sollen. „Wenn alles gut läuft, dann könnten Ende des Jahres die Brücken eingefahren werden“, hofft Mank. Auf jeden Fall solle Anfang 2019 der Verkehr auf der B54 wieder fließen.

Der zuständige Dezernatsleiter von Hessen-Mobil hat ein besonderes Augenmerk auf die Baustelle auf der Kalteiche: Die Bauzeit sei extrem kurz, sagte er. Im Bundesministerium habe man sogar davon gesprochen, dass es sich um „deutschen Rekord“ handele.
Vor zwei Jahren habe man mit der Baustelle begonnen, alle Arbeiten seien parallel vorgenommen worden, von der Statik über Arbeitsschutz bis hin zum Baurecht. So und durch das Bauen ohne Mittelpfeiler komme die kurze Bauzeit zustande.

 

Nach entsprechenden Informationen des Abbruchunternehmens hatten wir zunächst vermeldet, dass die A 45 aufgrund schnell voranschreitender Baggerarbeiten eventuell bereits am Samstag freigegeben werden könnte. Diese Information bestätigte sich nicht. 


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