Baustellen kosten Nerven

VERKEHR  Sperrungen in der Haigerer Innenstadt häufen sich / Komplikation in Löhrstraße

Sackgasse in der unteren Hauptstraße: Die Aubachbrücke soll Ende Oktober wieder nutzbar und begehbar sein. (Foto: Fritsch)

Grund sind die Bauarbeiten an der Aubachbrücke, die den Kern der Stadt in zwei Bereiche teilen. Wer nicht wendet, fährt rechts über den Parkplatz der Volksbank, der in die Verkehrsplanungen einbezogen ist. Der Weg führt auf die Löhrstraße – und damit weg von der Baustelle.

„Als Fußgängerin muss ich hier aber ganz schön aufpassen. Manche Autofahrer gucken nicht nach links und rechts, wenn sie über den Parkplatz rasen“, gibt eine Rentnerin zu bedenken. Viele der Fahrzeuge, die durch die Innenstadt irren, haben auswärtige Kennzeichen – etwa MR, SI oder WZ. Eine freie Fahrt ist noch rund zwei Monate entfernt: Ende Oktober soll die Hauptstraße wieder nutzbar und begehbar sein.

„Wenn nichts passiert, beschweren sich die Leute auch wieder“

Geduld müssen Verkehrsteilnehmer in Haiger auch an anderen Stellen mitbringen. In der parallel zur Hauptstraße liegenden Löhrstraße werden die Gas- und die Wasserleitung erneuert. „Dort hat es unerwartet Komplikationen gegeben“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Betroffen sind auch Fußgänger: Viele, die von der Löhr- in die Mühlenstraße abbiegen wollen, ignorieren den kleinen Umweg und laufen quer über die Straße.

Besser sieht die Lage am äußeren Rand der Innenstadt aus. Die Sanierungen in der Burgstraße und am „Theiße Berg“ laufen laut der Stadt Haiger planmäßig. Heißt: Ab diesem Freitag, 8. September, dürften die Straßen wieder befahrbar sein. In beiden Bereichen wird die schadhafte Asphaltdecke abgefräst und erneuert. Betroffen ist die Burgstraße im Abschnitt ab der Aubachbrücke bis zum Ende des Rathausgebäudes. Vom sogenannten „Theiße Berg“ wird nur das obere Stück saniert.

In genervte Gesichter blickt man in der Haigerer Innenstadt dennoch. „Man weiß gar nicht mehr, wo man laufen und fahren soll. Alles ist gesperrt“, grantelt ein Haigerer, der seinen Namen nicht verraten will. „Zu viele Baustellen auf einmal. Mein Auto stelle ich lieber außerhalb ab und laufe rein“, sagt Silke Roth, die den Arbeiten an der Aubachbrücke einen Moment zuschaut und dann den Umweg in Richtung Marktplatz nimmt.

Ein älterer Herr lauscht und schaltet sich prompt ein: „Irgendwann müssen die Arbeiten halt gemacht werden. Wenn nichts passiert, beschweren sich die Leute auch wieder. Also besser alles auf einmal.“ Ein anderer Mann winkt ab und ruft zu einem jungen Autofahrer, der durch die Hauptstraße irrt: „Wenn ihr mal Zeitung lesen würdet, wüsstet ihr auch, dass hier gesperrt ist.“

 

Stimmen aus dem Netz
Auch in der Facebook-Gruppe „Du bist Haigerer, wenn...“ sind die Baustellen in Haiger ein gefragtes Thema. Manch einer nimmt das mit Humor: „Bin heute mal zuhause geblieben. Wer weiß, ob ich sonst wieder heim gefunden hätte“, schreibt Herbert Baumgarten. Wolfgang Schubert gibt zu bedenken: „Selbst als Fußgänger ist das nicht ganz unproblematisch.“ Andere Nutzer werben für Verständnis: „Was gemacht werden muss, muss gemacht werden. Drüber schmunzeln und fröhlich durchs Leben gehen“, schlägt Ramona Becker vor. (hog)


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