Bibel-Motive auf Fliesen verewigt

Kultur  Schüler des Johanneums ergänzen Ausstellung im Museum Hohe Schule in Herborn

Mit Freude bei der Arbeit: Am Johanneum in Herborn wird der Religionsunterricht kurzerhand zum Kunstunterricht. Für die Fliesen entwarfen die Schüler Motive zum Thema „Gottesbilder“. (Foto: privat)
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Da in der Jahrgangsstufe 12 im Religionsunterricht das Thema „Gottesbilder“ auf dem Stundenplan steht, besuchte der Kurs zusammen mit Lehrer Jens Trocha die Ausstellung in Herborn, um sich die Fliesen mit den Bibelmotiven anzuschauen. „Wir waren damals sehr angetan von den Motiven“, erklärt Lehrer Trocha. Und da bei ihm im Unterricht das Thema „Gottesbilder“ immer mit einer Bildgestaltung der Schüler einhergehe, sei die Idee aufgekommen, doch einmal selbst solche Fliesen herzustellen. „Dafür fehlte uns aber das Know-how“, erklärt Trocha.

Bei der Suche nach einer Lösung half ein günstiger Umstand. Im Februar fand die Ausbildungsmesse am Johanneum statt. Unter anderem schlug dort das auf Keramik spezialisierte Unternehmen Ströher seine Zelte auf.

„Wir haben ein solches Schülerprojekt noch nie bei uns gemacht, deshalb waren wir von der Idee sofort begeistert, sagt Markus Schnirch von der Firma Ströher, die den Schülern den Ton und die Farbe zur Herstellung der Fliesen zur Verfügung stellte.

Bei der Gestaltung gab es für die Jugendlichen zwei Möglichkeiten: Entweder das selbst gestaltete Motiv direkt auf die Fliesen malen oder für die „künstlerisch Unbegabten“, wie Trocha scherzhaft sagte, das Motiv als Bild auf dem Computer zu erstellen und mit Hilfe der Firma Ströher auf die Fliesen zu drucken. Abschließend wanderten die fertig gestalteten Tonplatten bei 1180 Grad Celsius für 70 Minuten durch den Rollenofen der Firma Ströher.

Ulrike Litzba vom Museum Hohe Schule zeigte sich von Trochas Idee, die Fliesen in die bestehende Ausstellung zu integrieren, sofort begeistert. Und so stehen die Werke der Schüler nun zwischen den historischen Exponaten in der Vitrine. Dazu hat jeder Künstler einen kurzen Kommentar zu seinem Motiv verfasst, der ebenfalls im Museum zu lesen ist.

Die auf Keramik spezialisierte Firma Ströher unterstützt die Schüler und stellt ihren Rollofen zur Verfügung

Und auch die Nachwuchskünstler sind zufrieden. „Es war eine sehr schöne Abwechslung, im Unterricht mal nicht nur an die Tafel zu schauen oder Text zu lesen“, sagt Schülerin Josefine. Wenn die Ausstellung am 10. Juni schließt, dürfen die Jugendlichen ihre Kunstwerke natürlich behalten.

Die Sonderausstellung „Reformierte Frömmigkeit und Bilderfreude – Niederländische Bibelfliesen und andere Motive“ ist noch bis zum 10. Juni zu sehen. Geöffnet ist immer Samstag, Sonntag, Mittwoch und Donnerstag von 13-17 Uhr. Am Pfingstsonntag und - montag ist ebenfalls von 13-17 Uhr geöffnet. An Fronleichnam findet dazu um 14 Uhr die Veranstaltung „Plauderei mit dem Sammler“ statt, wo Peter Merten, Leihgeber der Ausstellung, Fragen rund um die Bibelfliesen beantwortet.


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