Carsten Braun stürzt Dirk Hardt

BÜRGERMEISTERWAHL CDU-Herausforderer holt 44 Stimmen mehr als der Amtsinhaber

Strahlende Sieger: Carsten Braun und Ehefrau Isabell blicken auf das Endergebnis der Driedorfer Bürgermeisterwahl. Der Christdemokrat gewann gegen den Amtsinhaber Dirk Hardt mit 1411:1367 Stimmen. Damit holte der Herausforderer 50,8 Prozent. (Foto: Christoph Weber)

Wolfgang Schuster (SPD) gratuliert Carsten Braun zum Wahlsieg, auch wenn sich der Landrat sicher einen Erfolg seines Parteikollegen Dirk Hardt gewünscht hätte. (Foto: C. Weber)

Bürgermeisterwahl in Driedorf

Bürgermeisterwahl in Driedorf

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Driedorf hat einen neuen Bürgermeister

Am Ende hatte der 38-jährige Polizist bei einer enormen Wahlbeteiligung von 71,3 Prozent 44 Stimmen Vorsprung auf den amtierenden Rathauschef.

"Es ist so knapp geworden, wie ich es immer vorhergesagt habe", berichtete nach der Gratulationsflut ein gelöster Carsten Braun. "Ich brauche jetzt einen Abend oder eine Nacht, um dies zu realisieren", muss der CDU-Vorsitzende das Ergebnis erst einmal sacken lassen. "Ich bin sehr gespannt auf die kommende Zeit", freut sich Gattin Isabell auf ihre Rolle als "erste Frau" Driedorfs, die am 1. November beginnen wird.

Dirk Hardt, der am 6. März ohne Gegenkandidat nur 49,7 Prozent erhalten hatte, war gestern nicht im Bürgerhaus, wo die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen "gebeamt" wurden. Auch telefonisch war der noch amtierende Rathauschef gestern Abend nicht zu erreichen.

Die Auszählung begann mit einem klaren Rückstand Hardts in Münchhausen. Nach der Hälfte der insgesamt zehn Auszählungen führte Braun mit 320:285 Stimmen, wobei hier erwartungsgemäß zunächst die Ergebnisse der bevölkerungsärmeren Ortsteile eingingen.

Hardt konnte den Rückstand in der Kerngemeinde und bei den Briefwählern nicht mehr aufholen

Den Ausschlag gaben schließlich die beiden Zählungen im Driedorfer Rathaus, wo auch die Briefwähler gesichtet wurden. Zu diesem Zeitpunkt führte Braun mit 168 Stimmen Vorsprung. Doch der Christdemokrat, der nach der Schließung der Wahllokale den fairen Wettbewerb beider Kandidaten hervorgehoben hatte, blieb - zurecht - vorsichtig. In der Kerngemeinde machte Hardt 84 Stimmen gut. Zwar ging auch die Briefwahl an den Amtsinhaber, doch die 40 Stimmen Vorsprung hier reichten nicht.

Der FWG-Fraktionsvorsitzende Florian Laggner kannte das Endergebnis bereits aus dem Internet, doch Braun wartete mit dem Jubel, bis die abschließenden Zahlen auch auf der Leinwand erschienen. Laggner, der nach der ersten Wahl noch den fehlenden Gegenkandidaten für die Niederlage Hardt ausgemacht haben wollte, hatte in den letzten Wochen erkannt, "dass die Stimmung gegen Dirk Hardt ging".

Nach der Niederlage ihres Parteikollegen war SPD-Fraktionsvorsitzender Ludger Wagener "enttäuscht". Nach dem knappen Ergebnis werde man jetzt eine "faire Opposition machen". Sein Kollege Helmut Stahl: "Wir haben Dirk im Wahlkampf nicht im Stich gelassen, aber die Bevölkerung hat so entschieden." Stahl spricht von einer "engen Kiste" und davon, "dass Braun seinen Worten nun Taten folgen lassen muss".

Markus Topitsch (CDU), Vorsitzender der Gemeindevertretung, blickt schon mehr in die Zukunft. "Die Unsicherheit hat jetzt ein Ende", hofft er darauf, dass in Driedorf jetzt wieder "die dringend nötige" Ruhe einkehrt.

Wie groß das Interesse an der Bürgermeisterwahl war, zeigte ein Blick in die Reihen des Bürgerhauses, wo nicht nur Driedorfer dem Ergebnis mit Spannung entgegenfieberten. Greifensteins Bürgermeister Martin Kröckel ("Das es knapp wurde, war klar!") gehörte ebenso zu den ersten Gratulanten wie sein Eschenburger Amtskollege Götz Konrad, der sich im September der Wiederwahl stellen wird.


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