Die, die den Körper beherrschen

SHOW Absolventen der staatlichen Artistenschule Berlin in Herborns KuSch

Mario Espanol überzeugte das Publikum mit Equilibristik und seinen tänzerischen Darbietungen. (Foto: Jung)

Junge Artisten zeigen ihr Können in der KuSch

Eingebettet in eine futuristische Szenerie zeigten die hübschen und teilweise unglaublich jungen Menschen enorme Körperbeherrschung, Biegsamkeit und Kraft. Ihre ästhetischen Körper zitterten manchmal vor Anstrengung und der Schweiß floss in Strömen, auf den Lippen behielten sie dennoch ein Lächeln, das Leichtigkeit suggerierte.

In der KuSch erlebten die Zuschauer das Geschehen hautnah

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In der gemütlichen Atmosphäre der KuSch erlebten die 160 Zuschauer das Geschehen auf der Bühne hautnah und direkt. Die jeweiligen Darbietungen der Artisten wurden mit szenischen Übergängen kombiniert, die die durchgehende Show mit dem Titel "Artefex"ergaben.

Die Artisten nahmen ihre Zuschauer dabei mit auf eine Reise. Die Welt, in der sich die neun Artisten befinden, ist kalt, emotionslos - die Begleitmusik ist es auch. In dieser düsteren, fast mystischen Atmosphäre leben die jungen Artisten, ihre Bewegungen sind roboterhaft, ihre Gesichter versteinert.

Doch immer stärker brennt in ihnen der Wunsch, die Fäden, die sie festhalten und umgarnen, zu durchreißen und ein Leben in eigener Regie zu führen.

KuSch: Interview mit Jörg M. Simmer

Unter vielen Mühen gelingt dies den jungen Menschen gemeinsam, und so kann ein jeder von ihnen seine eigene Geschichte erzählen und seine besonderen Talente zeigen.

Die Darsteller sind nicht nur klassische Artisten, sondern erzählen ihre Geschichten mit artistischen Mitteln und entwickeln sich vom menschlichen Artefakt zum Akteur ihres Lebens.

 Das enorm beeindruckte Publikum spendete immer wieder Szenenapplaus für grandiose artistische Einlagen.

Jakob Vonau am Vertikalseil, Oscar Kaufmann mit dem "CarWheel", Nathalie Wecker mit Equilibristik (Gleichgewichtskunst), Fine Zintel am Schwungtrapez, Marc Dorfner als Jongleur und grandioser Entertainer, Mario Espanol mit Equilibristik und Tanz, Nadja Hawranek am Tanztrapez und nicht zuletzt Malina Kraft und Christian Möllerstern am Duotrapez sorgten für atemberaubende Momente.

Wie sich da die Körper in alle Richtungen verbogen, mit welchem Perfektionismus jongliert wurde und in welcher Geschwindigkeit an Seil oder Trapez hängend die Distanz von Bühnendecke zum Boden blitzschnell überwunden wurde - beeindruckend. Nur wenige kleine Pannen ereigneten sich bei den Darbietungen, die auch sicher der für solche Aufführung recht engen Bühne geschuldet waren. Das störte niemand - im Gegenteil. Diese kleinen Missgeschicke seien sehr charmant, sagte eine begeisterte Zuschauerin. Man sei eben live dabei.

Der Kontrast zwischen Anfangs- und Schlussszene hätte kaum größer sein können. Statt einer grau-weißen Welt war sie bunt und statt abgehakter Bewegungen und Pokerface, waren die Akteure ausgelassen.

Und die jungen Artisten, die allesamt ihre Sache gut gemacht hatten, strahlten um die Wette. Erst nach mehreren Zugaben ließ das Publikum die Artisten von der Bühne.


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