Fehlen der Rettungsgasse verzögert Bergung auf A 45

POLIZEI Streifenwagen braucht 30 Minuten bis zur Unfallstelle / Abschlepper steckt zunächst fest

Rückstau nach dem Unfall in der zweispurigen Baustelle: Auch im noch dreispurigen Teil der Autobahn zwischen den Anschlussstellen Herborn-West und Dillenburg bildeten die Verkehrsteilnehmer zunächst keine Rettungsgasse. (Foto: J. Fritsch)

Gegen 12.45 Uhr am Dienstag hatte ein Audi-Fahrer in einer Baustelle gebremst, weil vor ihm ein Wohnwagengespann ins Schlingern geraten war. Das bemerkte der Fahrer eines Sattelzuges aus Italien hinter ihm zu spät, so dass der Laster auf das Heck des Pkw krachte. Verletzt wurde dabei niemand.

Allerdings waren beide Fahrstreifen im Baustellenbereich komplett blockiert, so dass sich ein bis zu sechs Kilometer langer Rückstau bildete. Der reichte zwar bis in den dreispurigen Bereich der A 45 zurück, aber dennoch bildeten die Verkehrsteilnehmer dort zunächst keine Rettungsgasse.

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Als Folge brauchte die Streife der Autobahnpolizei von der Anschlussstelle Herborn-West bis zur Unfallstelle etwa 30 Minuten. Das Fatale: Kaum hatten die Verkehrsteilnehmer das Polizeiauto durchgelassen, schlossen sie die Lücke wieder, berichtete einer der beiden Beamten verärgert gegenüber unserer Redaktion.

Um den Verkehr zumindest einspurig an der Unfallstelle vorbeiführen zu können, bauten der Brummifahrer und die Polizisten kurzerhand einige beschädigte Fahrzeugteile von dem Sattelzug ab. In diesem zäh fließenden Verkehr schaffte es der Fahrer des Abschleppwagens schließlich, bis an die Unfallstelle zu gelangen. Nachdem der Audi geborgen war, begleitete die Polizei den Sattelzug zu einer Werkstatt in Haiger.

Erst ab etwa 14.40 Uhr löste sich der Stau langsam auf. Die Schäden an beiden Fahrzeugen schätzte die Polizei auf mindestens 50 000 Euro. (w)


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Kommentare (2)
Wir haben es doch Alle in der Fahrschule gelernt- oder?
Warum geht das heute nicht mehr?
Längere Fahrverbote wäre ein probates Mittel.
Höhere Strafen, am besten Fahrverbot für solche Idioten.
Sollen nur hoffen, dass sich bei ihnen der Einsatz der Rettungskräfte nicht verzögert.
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