Finanzspritze kurz vor Laden-Eröffnung

Spende  Sparkasse bezuschusst den Donsbacher Markt der Lebenshilfe, der in einer Woche öffnet

Am 19. Januar wird der Dorfladen eröffnet. Die hölzernen Regale stehen bereit und warten darauf, mit Produkten gefüllt zu werden. Kleine Arbeiten an der Theke stehen noch aus, und der Kaffeeautomat fehlt. „Ansonsten sind wir startklar“, sagt Ralf Turk, Bereichsleiter der Dillenburger Werkstätten.

Donsbacher müssen Laden annehmen

Vier bis fünf Menschen mit seelischen und psychischen Behinderungen werden im Laden beschäftigt, unterstützt von zwei gelernten Einzelhandelskaufleuten, die halbtags in Donsbach tätig sind. 70 000 Euro hat die Lebenshilfe Dillenburg in das Projekt investiert: 50 000 in die Ausstattung, 20 000 in die Renovierung.

Die Hälfte der Ausstattungskosten wurde mit einem Zuschuss aus dem Förderbudget der Region „Lahn-Dill-Bergland“ gedeckt.

„Wir freuen uns, dass Sie als Sparkasse uns unterstützen, und uns helfen, diesen kleinen Traum zu verwirklichen“, dankte Lebenshilfe-Vorstand Dirk Botzon: „Aufgrund des Aussterbens kleiner Läden haben wir in den vergangenen Jahren viele Anfragen bekommen, die wir leider ablehnen mussten. Auch diesen Laden werden wir auf Probe führen und müssen abwarten, wie er im Ort angenommen wird.“

Seit knapp acht Jahren betreibt die Lebenshilfe bereits einen Dorfladen in Nanzenbach. Dieser brauchte fünf Jahre, bis er kostendeckend lief. „Unser Anspruch ist natürlich auch in Donsbach, schwarze Zahlen zu schreiben“, sagte Turk.

Lehr setzt auf die Bevölkerung: „Es ist wichtig, dass sich hier im Dorf eine Dynamik entwickelt. Allein vom betriebswirtschaftlichen Ansatz her übernimmt heutzutage niemand mehr einen Dorfladen. Dazu braucht es eine große idealistische Einstellung.“

Botzon: „Unser vorrangiges Ziel ist es, Beschäftigungsplätze für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Ich sehe den Dorfladen als Riesenchance: Diese Menschen werden von der Gesellschaft oft als Hilfeempfänger wahrgenommen. Hier bekommen sie die Möglichkeit, etwas zurückzugeben.“ (red)


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Kommentare (1)
Toll! Die Dörfer rüsten auf, und die Stadt schläft ein. Ich habe mich kürzlich für eine Wohnung interessiert, die iauf dem ehemaligen Weidenbach-Grundstück gebaut werden soll. Aber dann fiel mir ein: Wo kaufe ich mir mehr
ein halbes Pfund Butter, wenn ich in dieser absolut bevorzugten Lage gleich über der Dill wohne? Müssen die Bürger zu Fuss zun Olympias-Gelände marschieren und die Einkaufstaschen dann nach Hause schleppen? Wenn erbarmt sich noch mal einer unserer ehemals so stolzen Kreisstadt?
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