Franz Hof GmbH wächst rasant

WIRTSCHAFT  Europaministerin Lucia Puttrich besucht innovatives Rodenbacher Unternehmen

Besuch aus Wiesbaden: (von links) Europaministerin Lucia Puttrich (CDU) informierte sich zusammen mit Jörg Michael Müller, der Nachfolger von Clemens Reif im Hessischen Landtag werden will, über die Stärken der Hof GmbH. Auskunft gaben Fertigungsleiter Steffen Uhr, Geschäftsführer Charlos Schmidt und Sascha Schwark, der kaufmännische Leiter des Unternehmens. (Foto: Schwedt)

Die Franz Hof GmbH hatte eine Investitionsförderung in Höhe von 405 000 Euro erhalten. Puttrich nutzte am Donnerstag die Gelegenheit, um sich vor Ort über die Innovations- und Wirtschaftskraft des heimischen Spezialisten für CNC-Blechbearbeitung zu überzeugen.

Die Ministerin konnte sich persönlich davon überzeugen, dass das Geld aus dem Fond für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union gut angelegt wurde. Die Hof GmbH nutzte es, um ihre Produktionsfläche zu erweitern, ein vollautomatisches Hochregallager zu bauen und neue Maschinen anzuschaffen.

„In den vergangenen zwei Jahren sind hier rund 50 neue Arbeitsplätze entstanden“, betonte Puttrich. „Es zeigt sich, was unternehmerischer Mut und moderne Konzepte bewirken können. Die Entwicklung und Zukunft des ländlichen Raumes ist für uns von besonderer Bedeutung. Deshalb stärkt die hessische Landesregierung diese Region und stellt dafür 2018 und 2019 insgesamt 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung.“

Zuvor hatte Geschäftsführer Charlos Schmidt in Anwesenheit der geschäftsführenden Gesellschafterin Katja Hof-Zöllner unter dem Leitsatz „Menschen.Formen.Ideen“ die Firmenphilosophie und Erfolgsbilanz der 1960 durch Franz Hof gegründeten klassischen Blechverarbeitung vorgestellt. „Wir verarbeiten jährlich rund 6000 Tonnen Metall, vorrangig Edelstahl“, berichtete Schmidt.

Die Produkte aus Rodenbach seien von 350 Kunden im Umkreis von 150 Kilometern geschätzt. „Unsere Erfolgsfaktoren sind Ehrlichkeit und Transparenz in allen Entwicklungsschritten, in der Kommunikation untereinander sowie im ständigen Austausch mit Lieferanten und Kunden“, sagte der Geschäftsführer.

Die Hof GmbH wächst in einem Jahr um 25 Prozent und erzielt 17 Millionen Euro Umsatz

Die Firma sei im vergangenen Jahr um 25 Prozent gewachsen und habe einen Umsatz von 17 Millionen Euro erzielt. „Unsere Mitarbeiter schaffen mit Hilfe technischer Möglichkeiten wie Laser- und Stanzmaschinen, des vollautomatischen Hochregallagers oder verschiedener Werkstoffe von Schwarzstahl bis Kupfer einzigartige Produkte. Schwerpunkte der Fertigung sind Laserschneiden, Stanzen und CNC-Abkanten“, berichtete Schmidt. Ein dickes Lob richtete der Geschäftsführer an die Belegschaft: „Unsere Mitarbeiter passen hervorragend zu uns, wir setzen sie gabenorientiert ein und hatten in den letzten drei Jahren überhaupt keine Fluktuation.“ Gerade die 50- bis 60-Jährigen übernähmen eine wichtige Rolle. Neue Mitarbeiter stießen über Initiativbewerbungen oder über Empfehlungen zum Unternehmen. In diesem Zusammenhang bezeichnete der Geschäftsführer das christlichen Werteverständnis als festen Bestandteil der Hof-DNA. „Wir empfinden es daher als unsere Pflicht, jedem Menschen mit Offenheit, Toleranz und Hilfsbereitschaft zu begegnen.“

Die geschäftsführende Gesellschafterin Katja Hof-Zöllner wies in diesem Zusammenhang auf das soziale und missionarische Engagement hin, das sie von ihrem Vater in die Wiege gelegt bekommen habe. „Wir sind gesegnet als Unternehmen, unterstützen beispielsweise die Waisenkinder in Afrika und fördern das Miteinander und die Gemeinschaft unserer Mitarbeiter und der in Rodenbach wohnenden Flüchtlinge.“ In der Firma seien alle gleich wichtig, ein Grund für den Erfolg.

Die Ministerin war beeindruckt: „Sie könnten gleich als Generalsekretärin einer Partei anfangen“ schmunzelte sie. Im weiteren Gespräch nahm Lucia Puttrich zur Kenntnis, dass die Hof GmbH beabsichtigt, weitere Zukunftsinvestitionen zu tätigen. Geplant sind die Erweiterung des Maschinenparks und der Produktionsfläche sowie die Einstellung weiterer Mitarbeiter.

Vorgestellt wurde eine von dem Unternehmen in Auftrag gegebene Studie zum Thema „Start-up Ökosysteme“. Sie untersucht die Rahmenbedingungen in der Region Siegen/Dill/Wetzlar und Gießen.

Die Ministerin stellte die „Zukunftswochen“ der hessischen Landesregierung unter dem Motto „Bereit für Morgen“ vor. Minister und Staatssekretäre besuchten zurzeit eine Vielzahl Firmen, Einrichtungen, Projekte und Institutionen, die für die Zukunftsfähigkeit des Landes ständen. Dazu gehörten nachhaltiges Wachstum, Wohlstand und der Schutz der Umwelt genauso wie die Förderung der Attraktivität von Stadt und Land. Sie gab dem Unternehmen die Empfehlung, weitere EU-Fördermittel zu beantragen.


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