Gefährliches Gemisch bei Rittal entsorgt

GEFAHRGUT Salzsäure und Natronlauge vermischt / Unternehmen verstärkt Sicherheitsmaßnahmen

Die Feuerwehr war mit rund 80 Einsatzkräften im Einsatz, darunter die so genannte Gefahrstoff-Komponente des Lahn-Dill-Kreises aus Dillenburg sowie die Wehren aus Rittershausen, Ewersbach und Wissenbach. (Foto: J. Fritsch)

Auf dem Firmengelände in dem Dietzhölztaler Ortsteil war es am Dienstagabend zu einem Zwischenfall gekommen: Etwa 400 Liter Salzsäure und Natronlauge hatten sich unbeabsichtigt in einem Industriegebinde vermischt. Die beiden Chemikalien werden in der Lackiererei des Werks eingesetzt, wo unter anderem Metallgehäuse von Schalt- und Steuerschränken lackiert werden.

Mehr Sicherheit: Unternehmen will künftig eindeutige Kennzeichnungen

Mitarbeiter der Firma hatten gegen 19 Uhr am Dienstagabend bemerkt, dass über einem Behälter, der in einem gesicherten Bereich stand, Rauch aufgestiegen war. Sie hatten daraufhin sofort die Feuerwehr alarmiert. Die sicherte den Gefahrenbereich ab.

„Die Situation war schnell unter Kontrolle“, berichtete Dietzhölztals Gemeindebrandinspektor Christian Brömer. Weder für die Mitarbeiter, noch für Anwohner und Einsatzkräfte habe eine Gefahr bestanden.

Das bestätigte auch die Pressestelle des Unternehmens: Es habe keine Gefährdung für die Mitarbeiter vorgelegen.

„Die Reaktion von Natronlauge und Salzsäure an sich ist nicht gefährlich, da sich beide Stoffe neutralisieren“, ergänzte Brömer dazu. Allerdings komme es während der Reaktion zu Hitzeentwicklung. „Im schlimmsten Fall hätte der Behälter platzen können.“ Auf diese Weise hätten die Chemikalien auslaufen und in die Kanalisation gelangen können.

Um das zu verhindern, entschieden die Einsatzkräfte vor Ort, den Behälter kontrolliert abkühlen zu lassen. Um 21.45 Uhr war der Einsatz bereits wieder beendet.

Auch wenn für Anwohner und Mitarbeiter keine unmittelbare Gefahr bestand – nach dem Vorfall will Rittal seine Sicherheitsvorkehrungen verstärken. Es würden nun „Maßnahmen getroffen, dass so etwas nicht noch einmal passieren“ könne, hieß es aus der Pressestelle. Unter anderem sollen die Behälter klare Kennzeichnungen erhalten, wo welche Chemikalien eingefüllt werden dürfen.
Mittlerweile ist der Behälter mit dem gefährlichen, chemischen Gemisch von einer Spezialfirma entsorgt worden. (te/kel/tma)


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