Illegales Abbiegen verlängert Stau

BAUSTELLE Polizei ertappt über 100 Autofahrer in der Kasseler Straße / 30 Euro Strafe

Während der Sanierung der Kasseler Straße im Bereich Rabenborn ist das Linksabbiegen in die Frohnhäuser Straße verboten. Viele Autofahrer kümmern sich nicht darum und sorgen deshalb für noch längere Staus aus Richtung Dietzhölztal. (Foto: Kiehl)

Aktueller Hintergrund: Autofahrer aus Richtung Frohnhausen können derzeit nicht direkt auf die B 277 in Richtung Haiger und Autobahn fahren. Sie werden einspurig über die Hochstraße nach Dillenburg geleitet und müssen durch den Kreisverkehr am Nordportal des Schlossbergtunnels zurück in Richtung Haiger fahren. Diese Streckenführung wirkt sich unmittelbar auf die Linksabbieger der Kasseler Straße in Richtung Frohnhäuser Straße aus.

Werden die Ertappten auf die Folgen ihres Tuns aufmerksam gemacht, folgt ein Schulterzucken

„Das Linksabbiegen in die Frohnhäuser Straße ist derzeit verboten“, macht Guido Rehr, der Pressesprecher der Polizeidirektion Lahn-Dill, deutlich. Die entsprechenden Hinweisschilder und eine durchzogene Linie hielten viele Autofahrer aber nicht davon ab, es trotzdem zu tun. Sie wollten offenbar den Umweg über den Dillenburger Kreisel nicht auf sich nehmen. „Das hat erhebliche Konsequenzen für den nachfolgenden Verkehr“, sagt Rehr. Die Linksabbieger müssten den Fahrzeugen aus Richtung Dillenburg Vorfahrt gewähren, was zu zusätzlichen Behinderungen für den nachfolgenden Verkehr sorge. „Das sind keine Einzelfälle“, macht der Pressesprecher deutlich. Bei Kontrollen des Regionalen Verkehrsdienstes Mitte vergangener Woche und am Dienstag seien über 100 illegale Linksabbieger ertappt worden. Die mögliche Zeitersparnis in Richtung Dillenburg sei nicht gerade billig: Das verbotene Abbiegen werde mit einer Strafe von 30 Euro geahndet.

Im Gespräch mit den Ertappten sei herausgekommen, dass es sich ausschließlich um Ortskundige handelte. Als Gründe für ihr Handeln hätten sie beispielsweise Überforderung wegen der ständig wechselnden Verkehrsführung, einen möglichen Zeitgewinn gegenüber der Umleitung und Unmut über die aus ihrer Sicht nicht eindeutige Baustellenbeschilderung angeführt. Öfter hätten die Beamten aber auch zu hören bekommen: „Ich fahre immer hier lang!“

„Wurden die Ertappten von den Kollegen auf die sich bildenden Staus durch das Linksabbiegen aufmerksam gemacht, reagierten sie meist mit Schulterzucken. Auch der Hinweis möglicherweise selbst ,Opfer’ eines Linksabbiegers zu werden und damit viel Zeit zu verlieren, blieb unkommentiert“, berichtete Rehr.

Die Polizei bittet aus gegebenem Anlass insbesondere die ortskundigen Autofahrer, die Baustellenbeschilderung unbedingt zu beachten. „Eigensinnige Aktionen ortskundiger Autofahrer, unter Missachtung der vorgeschriebenen Verkehrsführung, schaden allen und haben zusätzliche Beeinträchtigungen zur Folge“, appelliert Rehr an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer. (hk)


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